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Leben mit der Krankheit Krebs

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 Therapiemöglichkeiten
ingoborm Offline

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Beiträge: 348

26.03.2006 13:19
Verschiedene Operationsformen antworten

1. Kurative Operation
Diese häufigste und viel versprechendste Therapieform zielt auf die Heilung der Krebserkrankung oder eine langfristige Stabilisierung des Gesundheitszustands ab. Dabei wird der Tumor vollständig entfernt (Radikaloperation). Zusätzlich werden aus Sicherheitsgründen um den Tumor herum auch gesundes Gewebe und die benachbarten Lymphknoten herausoperiert. Das bedeutet, dass das betroffene Organ je nachdem teilweise oder ganz entfernt (reseziert oder amputiert) werden muss.
Diese Operationsform kommt vor allem bei Brust-, Magen-, Darm-, Lungen- und Hautkrebs sowie bei Tumoren der Weichteile (Binde- und Stützgewebe, Muskeln, Sehnen, Schleimbeutel) und der Knochen zum Einsatz. Je früher der Tumor diagnostiziert und operiert werden kann, desto grösser sind die Heilungschancen. Diese hängen auch von den Resultaten der mikroskopischen (histologischen) Untersuchung der Lymphknoten ab. Sind darin bereits Krebszellen nachweisbar, wird die Nachbehandlung entsprechend angepasst. In den letzten Jahren sind viele Verbesserungen erzielt worden, um die Organfunktion und das äussere Erscheinungsbild so weit als möglich zu erhalten, ohne dadurch die Heilungschancen zu schmälern (so genannt erhaltende Operation).

2. Paliative Operation
In einem weiter fortgeschrittenen Stadium kann der Tumor oft nicht mehr ganz entfernt werden, zum Beispiel, weil er an einem ungünstigen Ort sitzt, zu stark mit dem angrenzenden Gewebe verwachsen ist oder weil sich bereits Metastasen gebildet haben, die nicht operierbar sind. Durch den chirurgischen Eingriff können Schmerzen, Komplikationen und andere Auswirkungen der Krankheit gelindert oder vermieden werden und dadurch eine akzeptable Lebensqualität erhalten bleiben. Bei Knochenmetastasen kann die Operation beispielsweise Knochenbrüchen vorbeugen. Bei Magen-Darm-Tumoren können Blutungen und ein drohender Darmverschluss verhindert und dadurch die Verdauungsfunktion erhalten werden. Fortgeschrittene Tumoren der Luftwege, der Speiseröhre, der Leber und des Mastdarms lassen sich heute mit neuen Operationstechniken behandeln (Elektrochirurgie, Laser, Kryotherapie, Kältebehandlung, Thermotherapie, Wärmebehandlung usw.).

3. Diagnostische Operation:
Erst wenn andere Voruntersuchungen den Verdacht auf Krebs erhärtet haben, kommt ein solcher Eingriff in Frage. Dabei wird etwas Tumorgewebe entnommen (Biopsie), um über das Stadium und das biologische Verhalten (Wachstumsgeschwindigkeit oder Aggressivität) des Tumors Klarheit zu erhalten. Solche Operationen werden oft ambulant durchgeführt. Dabei wird mit Hilfe einer feinen Nadel, die unter die Haut eingeführt wird, etwas Gewebe entnommen. Während eine Brustgewebe-Biopsie früher einen chirurgischen Eingriff bedeutete, ist heute dank Fortschritten bei den bildgebenden Verfahren (Röntgen, Magnetresonanz und andere) in sehr vielen Fällen weder eine Narkose noch ein Spitalaufenthalt erforderlich. Bei Magen-, Darm- oder Lungentumoren genügt in der Regel eine Spiegelung (Endoskopie) des Organs mit gleichzeitiger Gewebeentnahme. Bei schlecht zugänglichen Tumoren oder wenn eine grössere Gewebeprobe benötigt wird, braucht es eine diagnostische Operation. Oft dient sie auch zur Entnahme verdächtiger Lymphknoten, um das Vorhandensein kranker Zellen zu bestätigen oder auszuschliessen.

4. Prophylaktische Operation:
Die prophylaktische Operationsform ist sehr selten und am ehesten angezeigt, wenn gewisse Vor- oder Frühstadien des Krebses gefunden wurden (zum Beispiel in der Gebärmutter oder im Dickdarm). Weil in gewissen Familien bestimmte Krebsformen gehäuft vorkommen und dann meistens auch verhältnismässig junge Menschen davon betroffen sind, begann die Wissenschaft nach den Krebsgenen zu forschen, die dafür verantwortlich sein könnten. Heute kennen wir beispielsweise mehrere Gene, die das Risiko für Dickdarm- oder Brustkrebs erhöhen. So genannte «Risikofamilien» werden medizinisch besonders betreut. Die Idee ist, bei (noch) gesunden Angehörigen und Kindern entsprechender Familien zu untersuchen, ob sie das entsprechende Gen geerbt haben. Ist dies der Fall, wird eventuell die Entfernung des gefährdeten Organs empfohlen, sodass die Krankheit nicht ausbrechen kann. Ein solcher Eingriff ist allerdings umstritten: Das Krebsrisiko des entsprechenden Organs wird dadurch zwar stark reduziert, ist aber trotzdem nicht ausgeschlossen. Zudem muss sich die Person mit der Entfernung eines Organs, zum Beispiel beider Brüste, abfinden, obschon sie gesund ist und vielleicht nie an Krebs erkranken würde. Die Wissenschaft prüft auch die Möglichkeit, das kranke Gen gegen ein gesundes auszutauschen, mit dem Ziel, den Ausbruch der Krankheit zu verhindern.

Informatopnsquelle: http://www.krebstherapien.ch/index.html

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