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Leben mit der Krankheit Krebs

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 Untersuchungsmethoden
ingoborm Offline

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Beiträge: 348

26.03.2006 12:52
Mammografie antworten

Mammografie
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Mammografie bzw. -graphie ist als Verfahren der Radiologie eine Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust.Die Mammografie ist die Methode der Wahl zur Früherkennung von Brustkrebs (Mammakarzinom), der häufigsten Krebserkrankung der Frau.
Mammografie eines Mammakarzinoms
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Mammografie eines Mammakarzinoms

Inhaltsverzeichnis

* 1 Technik der Untersuchung
* 2 Mammografie als individuelle Untersuchung
* 3 Mammografie als Screening-Untersuchung
o 3.1 Empfehlungen bezüglich des Untersuchungsalters
o 3.2 Vorteile
o 3.3 Nachteile
* 4 Qualitätsicherung
* 5 Quellen


Technik der Untersuchung

Die Untersuchung erfolgt an speziellen Röntgengeräten. Die angewendete Röntgenstrahlung ist eine weiche Strahlung von ungefähr 26-30 kV (kiloVolt). Jede Brust wird aus zwei oder mehr Richtungen aufgenommen. Während der Aufnahme wird die Brust zwischen zwei Plexiglasplatten komprimiert, um Bewegung zu vermeiden und die Strahlendosis gering zu halten. Die Kompression kann etwas schmerzen.

Die weiche Strahlung führt zu kontrastreicheren Aufnahmen, als sie bei herkömmlichen Röntgenuntersuchungen mit harter Strahlung möglich wären. Mit der Untersuchung können kleine, nicht tastbare Gewebeformationen erkannt werden. Die Röntgenbilder werden durch den untersuchenden Arzt ausgewertet. Eine automatisierte Auswertung ist noch nicht möglich, allerdings sind Verfahren mit computerisierter Mustererkennung zur Unterstützung des Arztes in der Erprobung (computer aided diagnostics, CAD).


Mammografie als individuelle Untersuchung

Die Mammografie kann zur weiteren Abklärung tumorverdächtiger Befunde eingesetzt werden, meist ein tastbarer Knoten oder eine Sekretion aus der Brustwarze. Unter Fachleuten ist dafür der Begriff kurative Mammografie gebräuchlich. Das Ergebnis der Untersuchung fließt in die Planung der weiteren Therapie ein.


Mammografie als Screening-Untersuchung

Die Mammografie kann auch zur Früherkennung von Brustkrebs eingesetzt werden. Ziel dieser Screening-Maßnahme ist es, durch möglichst frühzeitige Erkennung die Lebenserwartung an Brustkrebs erkrankter Frauen zu verlängern, zumindest aber ihre Lebensqualität auf Dauer zu verbessern. Zu diesem Zweck führt man in einigen Staaten (Niederlande, Schweden, Finnland seit 1974; Großbritannien seit 1979) organisierte Reihenuntersuchungen an Frauen ohne Symptome durch. Durch Screening kann man nicht die Anzahl der Vorkommen von Brustkarzinomen senken. Früherkennung verhindert keine Brustkrebs-Erkrankung (wie z.B. Impfen die Gelbsucht bei Fernreisen).

In Deutschland soll nach Beschluss des Bundestags bis Ende 2005 ebenfalls ein nationales Mammografie-Screeningprogramm unter Beachtung der entsprechenden europäischen Leitlinie aufgebaut werden. Im Unterschied zu kurativen Mammografien wird das Screening nur in wenigen hochspezialisierten Zentren und mit extrem aufwendigem Qualitätsmanagement erfolgen. Es soll die gesamte Bevölkerung über die Einwohnermelderegister angesprochen werden. Derzeit (November 2004) sind jedoch erst drei leitlinienkonforme Modellprojekte in Betrieb.


Empfehlungen bezüglich des Untersuchungsalters

Für Frauen unter 40 bis 50 Jahren scheint die Screeningmammografie nach derzeitigem Stand des Wissens keinen Vorteil zu bringen, da der Anteil an falsch positiven Befunden umso höher wird, je jünger die Frau ist. Diese Altersgrenze wird diskutiert: Die WHO sieht die Altersgrenze bei 40 Jahren, ebenso die American Cancer Society und das National Cancer Institute - die U.S. Preventive Task Force und die Canadian Task Force on the Periodic Health Examination befürworten eine Grenze bei 50 Jahren. Das deutsche Screeningprogramm wird alle Einwohnerinnen von 50 - 69 Jahren alle zwei Jahre zur Untersuchung einladen.


Vorteile

Forschungsprojekte der skandinavischen Länder haben ergeben, dass die Sterblichkeit an Brustkrebs durch die systematische Früherkennung deutlich vermindert wird. Ein Cochrane-Report hat 2001 methodische Mängel dieser Studien kritisiert [1]. Eine Kommission der WHO, bestehend aus 24 Experten aus 11 Ländern bezifferte den geschätzten Nutzen organisierter Mammografie-Reihenuntersuchungen bei Frauen zwischen 50 und 70 Jahren schliesslich auf eine Reduktion der Sterblichkeit um 35 % [2]. Für Frauen zwischen 40 und 49 gibt es "wenig Beweise" für eine Erhöhung der Lebenserwartung. Die wissenschaftliche Diskussion dieser Frage ist noch nicht abgeschlossen.

Diese relative Risikoreduktion wird oft missverstanden, bzw. der erwartete Nutzen für die Teilnehmerinnen wird überschätzt. In absoluten Zahlen bedeutet sie nämlich die Verringerung von 4 auf 3 Todesfälle unter 1000 Frauen während 10 Screeningjahren (absolute Risikoreduktion). Absolut gesehen ist dies zwar eine Reduktion um 25%, was nach viel klingt - aber effektiv wird nur ein Leben pro Tausend Frauen gerettet. Anders ausgedrückt: Von 1000 Frauen, die während 10 Jahren fünfmal an der Reihenmammografie teilnehmen, werden 999 Frauen keinen Nutzen haben, da sie ohnehin nicht an Brustkrebs sterben (996 Frauen) oder weil sie trotzdem an Brustkrebs sterben (3 Frauen). Die absolute Risikoverminderung beträgt also nur 0.1 % [3].

Die persönliche Einschätzung des Nutzens hängt vielfach von seiner Darstellung ab. Die übliche Darstellung von Behandlungserfolgen in Prozentzahlen (der relativen Risikoreduktion) werden fälschlich sehr oft so verstanden, dass (etwa) von 100 Frauen 30 weniger an Brustkrebs sterben (Malenka 1993).


Nachteile

* Wie jeder Test liefert auch die Mammografie manchmal falsch positive Testergebnisse, also einen Krebsverdacht, obwohl kein Krebs vorhanden ist. Diese Befunde können zur Abklärung weitere, eventuell belastende Untersuchungen nach sich ziehen. Selbst bei qualitätsgesicherten Screeningsprogrammen beträgt der Anteil gutartiger Befunde in der Biopsie 50 %. Dies ist der Grund, dass in Deutschland jede zweite Frau, die regelmäßig zur Mammografieuntersuchung geht, irgendwann einen positiven Befund bekommt, obwohl sie gar keinen Brustkrebs hat (Kerliskowske 2000).
* Es gibt vermutlich Karzinome, die nicht weiter wachsen (duktales Karzinom in situ), oder nur langsam weiterwachsen, besonders bei älteren Frauen. Es ist nicht bekannt, welche Tumoren die Patientin gefährden und welche nicht, deshalb müssen alle entdeckten Karzinome operativ entfernt werden.
* Die Mammografie selbst kann (bei jüngeren Frauen) Karzinome hervorrufen, da sie mit einer Strahlenbelastung verbunden ist. Die Häufigkeit wird mit einem zusätzlichen Krebstodesfall unter 100,000 Mammografien abgeschätzt.
* Die Früherkennung ist nicht immer von Vorteil. Karzinome können schwach oder gar nicht weiterwachsen und das Leben unbeeinträchtigt lassen. In diesen Fällen haben die Frauen von einem Screening keinen Vorteil und nur Nachteile: psychische Belastungen und invasive Therapien oder Chemotherapien. Ihre Lebensqualität wird verschlechtert. Kerlikowske (1997) sieht dies für Frauen in den Vierzigern gegeben: ihrer Meinung nach nur der Zeitpunkt der Diagnose vorverlegt und das Leben nicht verlängert wird. Es verlängert für diese Frauen nur das "Leben mit der Diagnose", nicht das Leben an sich.


Qualitätsicherung

Eine Qualitätssicherung bedeutet hier einen deutlichen Rückgang von falsch positiven oder auch übersehenen Befunden. Speziell ausgebildetete Radiologen, die in der Beurteilung an vielen Mammogrammen geübt sind, können sowohl die Spezifität als auch die Sensitivität stark verbessern. Ärzte, die die strengen Kriterien der EuRef-Norm für Mammografieuntersuchungen erfüllen, bekommen dafür ein Zertifikat verliehen, das jährlich erneuert werden muss. Frauen, die eine Mammografie durchführen lassen wollen oder müssen, sollten sich im Vorfeld erkundigen, ob der Röntgenarzt ein solches Zertifikat besitzt. Dies gibt ihnen weit gehende Sicherheit, sowohl, was das Strahlenrisiko und die Bildqualität angeht, als auch, bezüglich der Qualifikation des Arztes und seiner Mitarbeiterinnen. Weiters dienen der Qualitätsicherung ein BrustKrebsregister und eine Qualitätsicherung der technischen Apparate

Laut Christa Halbwachs von der Austrian Breast Imaging Study Group habe die Mammografie eine Sensitivität von 83 % und eine Spezifität 97 %.


Quellen

* Mühlhauser I, Höldke B.: Mammographie. Brustkrebs-Früherkennungs-Untersuchung Mainz: Kirchheim-Verlag (2000)
* Ole Olsen, Peter C. Gotzsche (2001):Cochrane review on screening for breast cancer with mammography, Lancet 358, October 20, 2001: 1340–1342
* Jung, H.: Mammographie und Strahlenrisiko Fortschritte auf dem Gebiet der Röntgenstrahlung 169, S 336–343 (1998)
* Kerlikowske, K.: Efficacy of screening mammography among women aged 40 to 49 years and 50 to 69 years: Comparison of relative and absolute benefit. Monographs of the National Cancer Institute 1997; 22:79-86.
* Kerlikowske, K.: Breast cancer screening in: M.B. Goldmann, M.C. Hatch (Hrsg.) Women and Health, New York: Academic Press, S 895–906 (2000)
* Nystrom, L. et al: An overview of the Swedish randomised mammography trials: total mortality pattern and the representativity of the study cohorts Journal of Medical Screening 3, S 85–87 (1996)
* Ernester, V.L.; Barcley, J.: Increases in duactal carsinoma in situ (DCIS) of the breast in relation to mammography: A dilemma., Journal of the National Cancer Institute/Monographs 22, S 151–156 (1997)
* Malenka, D. J. et al.: J. Gen. Intern. Med. 8 (1993), 543–548
* Gigerenzer, G. : Das Einmaleins der Skepsis, Über den richtigen Umgang mit Zahlen, Berlin 2002

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