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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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25.03.2006 23:33
Diagnose Brustkrebs antworten

Diagnose Brustkrebs

Jede 10. trifft es. Aber Heilung ist möglich. Eine Frau erzählt

Brustkrebs kann jede Frau treffen. Jüngstes weltbekanntes Beispiel: Musikerin Sheryl Crow, Ex-Freundin von Tour de France-Seriensieger Lance Armstrong.

Doch die Chancen gegen Krebs sind gewachsen – in den vergangenen zehn Jahren um acht Prozent! Eine Berlinerin erzählt über ihren nicht ganz gewöhnlichen Kampf gegen Brustkrebs.

Was der Arzt ihr sagte, berührte Marina Grunow* (46) nicht. Wie im Zeitraffer nahm sie ihn und seine Worte wahr. Als würde sie böse träumen. Drei Wochen zuvor hatte er aus ihrer rechten Brust Gewebe entnommen. Sie selbst hatte beim Abtas-ten einen Knoten entdeckt. Dann die Diagnose: Krebs! Erst zu Hause kam sie zu sich. "Zwei Stunden lang habe ich nur geheult."

Brustkrebs. Jede zehnte Frau erkrankt daran (50 000 im Jahr). Es ist der häufigste Krebs bei Frauen (25,9 Prozent). Risikofaktoren: Regelblutung vor dem 12. Lebensjahr, keine oder eine später Schwangerschaft, Anti-Baby-Pille, Hormonersatz-Therapie, Alter über 60 Jahre und die Gene.

Warum es Marina Grunow traf, weiß niemand. Sie trägt kein typisches Risiko; und sie ist keine Raucherin, trinkt kaum Alkohol, hat kein Übergewicht, isst viel Obst und Gemüse (auf ihrem Schreibtisch steht immer eine Schale mit beidem) – und sie sprüht vor Optimismus.

Je früher Krebs entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Doch noch nicht mal die Hälfte aller Frauen trifft Vorsorge: Abtasten der Brust und Mammografie-Screening für 50- bis 69-Jährige (die Röntgenstrahlen entdecken Tumore kleiner als 1 Zentimeter).

Auch hier ist Marina Grunow kein Vorwurf zu machen. Sie ging regelmäßig zur Vorsorge. Innerhalb von vier Monaten wuchs ihr Tumor zu einer Größe, die fast nicht mehr unter Früherkennung fiel – im Durchmesser fünf Zentimeter.

Am Beginn einer Krebsbehandlung steht meist die chirurgische Entfernung des Tumors. In 70 Prozent der Fälle bleibt die Brust erhalten. Dann folgt eine Strahlentherapie, oft kombiniert mit einer Chemotherapie.

So wollten die Ärzte auch mit Marina Grunow verfahren. Einen Tag nach der Diagnose kam sie unters Messer. Entfernt wurden der Tumor und zwölf Lymphknoten aus der rechten Achselhöhle, wo sich Metastasen gebildet hatten. Eine Woche war sie in der Klinik.

Anschließen sollte sich eine Strahlentherapie, "vorsichtshalber" kombiniert mit einer Chemotherapie. In der Strahlenbehandlung geht der Trend in Richtung Präzisionsstrahlen-Therapie: Der Tumor wird so bestrahlt, dass gesundes Gewebe geschont wird. Bei der Chemotherapie gehen die Experten-Meinungen auseinander, nicht zuletzt weil sie hochgiftig ist.

Darüber hinaus helfen moderne Medikamente. Zum Beispiel künstliche Antikörper wie Herceptin, das sich an Krebszellen heftet und deren Wachstum bremst. Oder Arzneien, die die Neubildung von Blutgefäßen am Tumor unterdrücken, so dass er verhungert.

Mit Operation und Strahlentherapie (28 Sitzungen) war Marina Grunow einverstanden. Chemo lehnte sie ab, nachdem sie sich mit einer Bekannten, die auch Brustkrebs hatte, und mit zwei unabhängigen Ärzten beraten hatte.

"Ich wollte nicht schlauer sein als die behandelnden Ärzte. Aber ich wollte ein gutes Gefühl haben – und das hatte ich nicht bei einer Chemotherapie." Nicht nur dass sie eine Chemotherapie ablehnte. Sie ließ sich zusätzlich naturheilkundlich behandeln, in einer Praxis, die sich auf Krebs spezialisiert hat.

Ob ein Krebs – bekannt sind 300 Arten – geheilt werden kann, ist zum Zeitpunkt der Diagnose schwer vorhersagbar. Einerseits gibt es sehr kleine Tumore, die schon Metastasen gestreut haben; andererseits gibt es große Knoten, die geheilt werden.

Seit langem forschen Wissenschaftler daran, warum der scheinbar gleiche Krebs bei einem Patienten heilbar ist, bei einem anderen äußerst aggressiv verläuft. Ein besseres Verständnis der molekularen Abläufe im Erbgut würde helfen, dieses Problem zu lösen.

Hoffnung machen jetzt Wissenschaftler um Joseph Nevins vom Duke University Medical Center in North Carolina. Mit Genchips in Gewebeproben von Krebspatienten (Brust, Lunge, Eierstock) haben sie die Aktivität von fünf Genen ermittelt: Myc, Ras, E2F3, Src und Beta-Catenin – bekannte Onkogene, die in der Zelle wichtige Aufgaben bei der Zellteilung, der Aufrechterhaltung von Gewebeverbänden und der Übertragung von Information erfüllen.

Für Marina Grunow ist das nicht mehr so wichtig. Sie ist drei Jahre nach der Diagnose wieder gesund. Aber bei allen Nachuntersuchungen wurde sie gefragt, warum sie die Chemotherapie abgelehnt habe. Ihre Weigerung steht groß auf dem Deckel ihrer Krankenakte. Als hätte sie etwas verbrochen.

Was sie gesund gemacht hat, weiß niemand. Sicherlich die OP und Strahlentherapie, vielleicht auch das Serum der Christrose und ihr unerschütterliche Glaube an sich selbst. In ihrem Leben hat sich zweierlei geändert: "Öfter mal nein sagen. Und zweimal im Jahr Geburtstag feiern" – am 2. Juni und am 26. März, dem Tag der OP.

Informationsquelle: http://www.berlinonline.de/berliner-kuri...rau/115576.html

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