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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

08.08.2006 19:53
So kann Brustkrebs früh bekämpft werden antworten

So kann Brustkrebs früh bekämpft werden

Brustkrebs-Spezialistinnen setzen sich gemeinsam für flächendeckendes Mammographie-Screening ein

von Sandra Semmelmayr


Selten sind die Chancen auf Heilung so groß: Bei Tumoren in der Brust, die kleiner als 0,5 Zentimeter sind, liegen sie bei 96 Prozent. „Die Behandlung eines solch kleinen Tumors ist wesentlich schonender, in den meisten Fällen kann auch der operative Eingriff klein gehalten und auf eine Chemotherapie verzichtet werden. Deshalb ist es unser oberstes Ziel, dass so viele Frauen wie möglich zum Mammographie-Screening gehen, damit auch kleinste Tumore auf diese Weise aufgespürt werden können“, fassen die beiden Mammographie-Expertinnen Dr. Ulrike Aichinger von der Radiologie in Passau und ihre Kollegin Dr. Margarete Murauer vom Mammazentrum Ostbayern in Deggendorf zusammen.
Nach dem Wechsel nicht mehr zum Arzt
Nach dem Motto „Gemeinsam erreichen wir mehr“ wurden die beiden Spezialistinnen aus Passau und Deggendorf von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) zu den Programmverantwortlichen Ärztinnen für das Mammographie-Screening in Niederbayern bestellt. Ab Oktober wollen die beiden Expertinnen durch eine völlige Neuorganisation der Reihenuntersuchungen und durch die Umstellung des Screenings auf digitale Verfahren die Qualität verbessern und möglichst viele Frauen in das Programm miteinbeziehen. „Auf diese Weise können die digitalen Röntgenbilder direkt nach der Erstellung von Arzt zu Arzt weitergeleitet werden“, erklärt Dr. Margarete Murauer.
Was die beiden engagierten Ärztinnen etwas traurig stimmt, ist die Tatsache, dass derzeit nur etwa 35 Prozent aller zum kostenlosen Mammographie-Screening eingeladenen Frauen zwischen 50 und 69 Jahren die Möglichkeit zur Früherkennung nutzen. „Viele Frauen gehen nach den Wechseljahren nicht mehr zum Frauenarzt und wollen sich auch die Brust nicht mammographieren lassen. Dabei wäre es enorm wichtig, weil das Risiko mit zunehmendem Alter steigt“, sagt Dr. Ulrike Aichinger. Wie fatal diese Nachlässigkeit sein kann, wissen die beiden Ärztinnen aus ihrer täglichen Arbeit. „Wenn sich ein Knoten in der Brust abtasten lässt, ist er in der Regel bereits zwei oder drei Zentimeter groß. Auch ein Arzt kann bei der normalen Vorsorgeuntersuchung keinen so kleinen Tumor entdecken, wie wir es es mit dem Mammographie-Screening können. Bei größeren Tumoren steigt die Gefahr enorm, dass sie streuen und metastasieren. Wenn wir sie hingegen unter einem Zentimeter erwischen, kann die Sterblichkeitsrate um 74 Prozent gesenkt werden“, erklärt Dr. Murauer.
Seit fast einem Jahr sitzen die beiden Kolleginnen nun daran, die Früherkennung für Frauen zu optimieren. Um lange Wege zu ersparen, werden Frauen ab Anfang nächsten Jahres nicht nur in den vier Städten Passau, Deggendorf, Straubing und Landshut zur Untersuchung gehen können, sondern auch die Möglichkeit zur Untersuchung in einer mobilen Einheit nutzen können. Dabei wird ein extra dafür medizinisch ausgerüstetes Fahrzeug jeweils für einige Tage an zentralen Punkten der Landkreise stehen. Die Frauen der jeweiligen Region bekommen dann Einladungen und einen Vorschlag für einen Untersuchungstermin. „Wir setzen große Hoffnungen in diese mobile Einheit. Damit ersparen wir den Frauen lange Anfahrtszeiten, den Gang in die Praxen oder Krankenhäuser sowie Wartezeiten“, sagt Dr. Ulrike Aichinger.
Kein Kontakt zum Arzt notwendig
Bei dieser Untersuchung gibt es keinen Arztkontakt. Bevor ausgebildete Medizinisch-Technische Radiologieassistentinnen Röntgenbilder in zwei Ebenen aufnehmen, füllen die Frauen lediglich einen Bogen über persönliche Daten, Vorerkrankungen und familiäre Erkrankungen aus. Danach werden die Bilder zunächst nur technisch beurteilt. Ist die Qualität einwandfrei, können die Frauen wieder gehen. Die Bilder werden anschließend von speziell trainierten Radiologen und Gynäkologen befundet. Jede auffällige Aufnahme geht zudem an Dr. Aichinger oder Dr. Murauer, die sich dank ihrer neuen Standleitung optimal in kürzester Zeit beraten können und sich wöchentlich in einer Konferenz mit diesen Fällen beschäftigen. Nach spätestens sieben Tagen bekommen die Frauen einen Brief mit dem Ergebnis. Bei den Frauen, deren Resultat auffällig war, enthält dieser Brief eine Einladung zu einer weiteren Untersuchung bei einer der beiden Ärztinnen, um möglichst sicher eine Brustkrebserkrankung auszuschließen.
Frauen, die aufgrund der Strahlenbelastung oder der unangenehmen Untersuchung die Mammographie bisher scheuten, können die Spezialistinnen beruhigen. Die Strahlenbelastung sei minimal und das Zusammenpressen der Brust dauere nur wenige Sekunden.
INFO
Patienten-Hotline zum Mammographie-Screening unter Tel. 01805/797997.

Informationsquelle: http://www.pnp.de/journal/artikel.php?ci...sort=life&BNR=0

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