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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

27.07.2006 20:13
Computerlinguisten helfen bei der Blutkrebstherapie antworten

Medizin

Computerlinguisten helfen bei der Blutkrebstherapie

Jena – Ein so genanntes Wissensmanagementsystem für die Transplantation hämatopoetischer Stammzellen erstellt im Augenblick das Institut für Angewandte Germanistische Sprachwissenschaft/Computerlinguistik der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Ziel ist, die hämatopoetische Stammzellentransplantation (HSCT) für Patienten sicherer zu machen.

Bei einer HSCT werden die kranken blutbildenden Zellen des betroffenen Patienten durch die eines gesunden Spenders ersetzt, was dem Patienten im Idealfall ein beschwerdefreies Leben ermöglicht. Vorher müssen Ärzte aber die Verträglichkeit der Stammzellen eines Patienten mit der einer Reihe potenzieller Spender überprüfen, denn in der Regel stimmen ihre Gewebemerkmale nicht genau überein. Im Extremfall kann es deshalb nach einer Stammzellentransplantation zu Abstoßungsreaktionen des Immunsystems bis hin zum Tod des Patienten kommen.

Um das Abstoßungsrisiko im Vorfeld einer Transplantation zu beurteilen, werden bislang die individuellen Gewebemerkmale des Empfängers mit denen möglicher Spender abgeglichen. „Dies ist eine rein numerische Analyse“, erklärt der Leiter des Jenaer Instituts, Udo Hahn. Dieses Verfahren erlaube zwar, eine Rangfolge der am besten geeigneten Spender zu erstellen. Doch die Fehlerrate sei hoch, weil viele der nichtnumerischen Parameter so nicht erfasst werden könnten, die in klinischen Dokumenten oder Fachartikeln diskutiert werden. Deshalb wollen Hahn und seine Projektpartner aus einer Vielzahl weiterer Patientendaten zusätzliche Parameter identifizieren, die auf die Gewebeverträglichkeit Einfluss nehmen.

Dafür entwickeln die Sprachwissenschaftler ein System zur automatischen Analyse medizinischer und biologischer Fachtexte, mit dessen Hilfe sich diese relevanten Parameter in Datenbanken, wissenschaftlichen Veröffentlichungen und anderen Beständen über das Internet automatisch aufspüren und unter Verträglichkeitsgesichtspunkten bewerten lassen. „Idealerweise entsteht so eine biomedizinische Wissensdatenbank, die permanent aktualisiert, weiter ausgebaut und öffentlich zugänglich sein wird“, erhofft sich Hahn.

Die Jenaer Computerlinguisten arbeiten mit Forschern der Medizinischen Hochschule Hannover und der Clarity GmbH zusammen. Das Bundesforschungsministerium unterstützt das gemeinsame Forschungsprojekt „StemNet“, in den nächsten drei Jahren mit 1,7 Millionen Euro. /hil

Informationsquelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=25071

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