Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden  
Leben mit der Krankheit Krebs

Leben mit der Krankheit Krebs
Ein Forum und Infoportal für Betroffene, Angehörige und Interessierte


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 388 mal aufgerufen
 Aktuelle Nachrichten (alle Krebsarten)
Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 613

26.07.2006 10:52
"Höchste Ahnungslosigkeit und Ignoranz" antworten

"Höchste Ahnungslosigkeit und Ignoranz"

Verbände kritisieren Bericht zu Stammzelltransplantation / Keine Behandlung von Leukämiekranken vorgesehen

BERLIN (dpa) Für seinen Vorbericht zur Stammzelltransplantation bei akuten Leukämien hat sich das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) scharfe Kritik zugezogen. Damit widerspreche das Institut weltweitem Standard, teilten die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) und die Deutsche Leukämie- und Lymphom-Hilfe (DLH) in Berlin mit. Was für alle Leukämiepatienten weltweit möglich sei, solle nach den Worten von DGHO-Präsident Gerhard Ehninger bald in Deutschland verboten werden.

Nach dem Papier sei eine Stammzelltransplantation bei Erwachsenen mit akuter Leukämie abzulehnen und die konventionelle Chemotherapie als Behandlung vorzuziehen. Das Fazit sei "grundsätzlich falsch" und zeuge "von höchster Ahnungslosigkeit und Ignoranz", sagte Ehninger. Für den Vorbericht sei vorhandenes Fachwissen nicht berücksichtigt oder unsachgemäß bewertet worden. Nach anerkannten Studien hätten die Betroffenen mit konventioneller Chemotherapie praktisch keine Heilungschancen.

"Viele Patienten leben nur noch, weil sie den Mut hatten, eine Transplantation durchführen zu lassen", sagte die DLH-Vorsitzende Anita Waldmann. Nach derzeitigem Wissensstand sei die Wahrscheinlichkeit des Überlebens bei einer Transplantation 30 Prozent höher. Patienten diese künftig zu verweigern, widerspreche zudem der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Nach einem seiner Beschlüsse von 2005 solle bei Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen jede vorhandene Möglichkeit ausgeschöpft werden.

Sollte sich der Gemeinsame Bundesausschuss der Position des Instituts anschließen, befürchten die Verbände, dass Patienten sich ihre Behandlung künftig vor Gericht erkämpfen müssten. "Dazu bleibt aber vielen von ihnen keine Zeit."

Das IQWiG wurde 2003 mit der Gesundheitsreform ins Leben gerufen. Als wissenschaftlich unabhängiges Institut, finanziert von den gesetzlichen Krankenkassen, nimmt es Untersuchungen im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses vor. Die DHL wurde 1995 als Verband der Selbsthilfegruppen und Patienteninitiativen gegründet. Die DGHO vertritt mehr als 1900 Ärzte und Wissenschaftler in Deutschland, die sich mit Knochenmark- und Blutstammzelltransplantationen und der Therapie akuter Leukämien beschäftigen.

Informationsquelle: http://www.wiesbadener-kurier.de/politik...ikel_id=2466250

 Sprung  

counter
Impressum und Haftungsausschluss - Hinweis zu den Informationen hier

Xobor Forum Software von Xobor | Forum, Fotos, Chat und mehr mit Xobor