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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

25.07.2006 20:57
Immunzellen helfen Tumoren bei der Metastasierung antworten

Medizin

Immunzellen helfen Tumoren bei der Metastasierung

Göttingen – Makrophagen können die Aggressivität von Tumoren fördern anstatt sie zu bekämpfen. Dies geht aus einer Studie von Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Göttingen hervor. Sie veröffentlichten ihre Untersuchungen in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS 2006 103: 5454-5459).

Makrophagen sind die Fresszellen des Immunsystems. Sie haben die Aufgabe, Feinde des Körpers zu entdecken und zu eliminieren. Zu diesen Feinden zählen neben Bakterien und Viren auch körpereigene Zellen, die zu Tumorzellen entartet sind. In unmittelbarer Nähe von Tumoren kann sich das Verhalten der Makrophagen aber offenbar umkehren: Sie fördern dann die Metastasierung von Krebszellen.

Die Göttinger Forscher hatten beobachtet, dass Makrophagen die Aggressivität von Krebszellen steigern, wenn sie mit ihnen gemeinsam in der Kulturschale gezüchtet werden. „Es war seit längerem bekannt, dass Makrophagen in Tumore einwandern. Unklar war aber, was sie dort tun. Diesen Fragen sind wir deutlich näher gekommen. Jetzt wollen wir die Signale finden, mit denen Tumore die einwandernden Makrophagen für ihre Zwecke umprogrammieren. Gelingt uns das, können wir hoffentlich therapeutische Ansätze entwickeln, mit denen die abtrünnigen Makrophagen wieder zurück in den Dienst des Körpers gestellt werden können“, erklärte Lorenz Trümper, Direktor der Abteilung Hämatologie und Onkologie am Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen.

Eine Schlüsselrolle kommt nach Erkenntnissen der Forscher Signalmolekülen der so genannten Wnt-Familie zu. Im Kulturmedium fanden sie das Signalmolekül Wnt 5a. Bisher galt Wnt 5a als Gegenspieler bei der Entstehung von Tumoren. Doch im Umfeld von Tumorzellen übernimmt das Signalmolekül auch andere Funktionen. So fördern Wnt 5a-produzierende Makrophagen anscheinend die Tumormetastasierung, indem sie das Bindegewebe um sich herum für auswandernde Krebszellen durchlässig machen. Wie es den Krebszellen gelingt, die Makrophagen umzupolen, ist noch unklar.

Die Göttinger Wissenschaftler planen jetzt ein fächerübergreifendes Forschungsprojekt. In diesem wollen sie unter anderem die Funktionen von Wnt- und Wnt-verwandten Signalen in der Embryonal- und der Tumorentwicklung genauer untersuchen. /hil

Informationsquelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=25044

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