Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden  
Leben mit der Krankheit Krebs

Leben mit der Krankheit Krebs
Ein Forum und Infoportal für Betroffene, Angehörige und Interessierte


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 350 mal aufgerufen
 Aktuelle Nachrichten (alle Krebsarten)
Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 613

21.07.2006 19:24
Anthrazyklin induzierte Kardiomyopathie 20 Jahre nach Chemotherapie antworten

Medizin

Anthrazyklin induzierte Kardiomyopathie 20 Jahre nach Chemotherapie

Groningen - Die kardiotoxischen Nebenwirkungen von Anthrazyklinen, die in der Chemotherapie von Krebserkrankungen eingesetzt werden, machen sich unter Umständen erst viele Jahre nach dem Abschluss der Behandlung bemerkbar. In einer prospektiven Kohorte von Kindern, die vor median 22 Jahren behandelt wurden, kam es erst in den letzten Jahren zu zunehmenden Störungen der Herzfunktion. Niederländische Onkologen fordern deshalb in den Annals of Oncology (2006; doi:10.1093/annonc/mdl156) eine lebenslange kardiologische Nachsorge von Krebsüberlebenden.

Die 22 Patienten, über die Inge Brouwer von der Universität Groningen berichtet, waren zwischen 1977 und 1999 wegen osteogener Sarkome und maligner fibröser Histiozytome mit Doxorubin-basierten Chemotherapien behandelt worden. Dank der für heutige Verhältnisse hochdosierten Chemotherapie (kumulative Dosis 360mg/m2) überlebten sie die Tumore, doch bereits nach wenigen Jahren machten sich bei den ersten Patienten kardiale Störungen bemerkbar.

Bei der letzten Untersuchung im Jahr 1997 war bei 9 Prozent eine Störung der systolischen Funktion und bei 18 Prozent eine Störung der diastolischen Funktion nachweisbar. Seither ist die Rate weiter gestiegen. Heute, 15 bis 27,5 Jahre nach Abschluss der Therapie, haben 27 Prozent der Patienten eine systolische und 45 Prozent der Patienten eine diastolische Funktionsstörung, ungewöhnlich häufig für das Alter von 27 bis 59 Jahren, wie Brouer schreibt. Ein Plateau sei nicht erkennbar, sodass viele Patienten früher oder später an einer chronischen Herzinsuffizienz erkranken werden. Ein Patient ist nach Angaben der Autorin bereits daran gestorben und bei zwei weiteren wurde eine Herzschwäche diagnostiziert.

Beide Patienten wurden bei der Analyse nicht berücksichtigt, da sie wegen eines Zweittumors eine Bestrahlung des Thorax erhalten hatten, welche an der Entstehung der Herzinsuffizienz beteiligt gewesen sein könnte. Die Studie zeige, dass die Kardiotoxizität von Anthrazyklinen, deren Rate bisher auf 5 Prozent geschätzt wurde, in Wirklichkeit wesentlich häufiger auftrete. Sie unterstreiche auch die Bemühungen der letzten Jahre, die Dosis dieses Zytostatikums zu senken oder alternative Medikamente einzusetzen. Ob dadurch die Rate der Spätkomplikationen gesenkt wird, wird man allerdings erst in einigen Jahren wissen. /rme

Informationsquelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=25022

 Sprung  

counter
Impressum und Haftungsausschluss - Hinweis zu den Informationen hier

Xobor Forum Software von Xobor | Forum, Fotos, Chat und mehr mit Xobor