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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

29.06.2006 18:42
Darmkrebs: Neue Formel zur Vorhersage hereditärer Tumore antworten

Medizin

Darmkrebs: Neue Formel zur Vorhersage hereditärer Tumore

Edinburgh - Schottische Krebsforscher haben eine Formel entwickelt, die unter der Masse der Darmkrebspatienten jene mit einem erhöhten Risiko auf ein Lynch Syndrom herausfinden soll. Diese erblichen Tumoren liegen nach ihrer Studie im New England Journal of Medicine (NEJM 2006; 354: 2751-2763) bei 4 Prozent aller Tumoren vor, die vor dem 55. Lebensjahr auftreten.

Dass einige Darmkrebsformen erblich sind, ist lange bekannt. Auch einige dafür verantwortliche Mutationen konnten in den letzten Jahren identifiziert werden. Es handelt sich überwiegend um Fehler in den DNA-Reparaturgenen MLH1, MSH2 und MSH6. Nicht alle Patienten haben die gleichen Mutationen, was die humangenetische Untersuchung sehr kompliziert und damit auch sehr teuer macht. Die Kosten liegen nach Angaben von Richard Boland vom Baylor University Medical Center in Dallas bei etwa 3.000 US-Dollar pro Person (NEJM 2006; 543: 2815-2817). Die Kosten machen einen Test nur in einer begrenzten Gruppe von Patienten mit einem hohen Risiko vertretbar. Bislang gelten die Bethesda-Kriterien oder die Amsterdam-Kriterien, die allerdings keine sehr genaue Präselektion für einen Gentest ermöglichen. Die Colon Cancer Genetics Group der Universität Edinburgh um Malcolm Dunlop hat deshalb ein neues Modell entwickelt.

Dafür untersuchtem dir Forscher die Gruppe von 870 Patienten mit Darmkrebs. Einziges Selektionskriterium war eine Tumordiagnose vor dem 55. Lebensjahr, was beim Darmkrebs immer auf eine mögliche hereditäre Form hinweist. Bei 38 Patienten (4 Prozent) wurden Mutationen in den drei Genen gefunden, wobei Männer doppelt so häufig betroffen waren wie Frauen. Das Geschlecht ist deshalb neben dem Alter auch einer der Faktoren, die in die Formel einfließen, welche die Autoren im Internet publiziert haben. Von größerer Bedeutung sind allerdings die Lokalisierung des Tumors im Darm, die Tatsache eines synchronen oder metachronen Tumorwachstums sowie als wichtigster Faktor die positive Familienanamnese. Im nächsten Schritt wurde das Modell in einer Gruppe von 155 Darmkrebspatienten validiert. Davon hatten immerhin 23 Prozent Patienten Mutationen. Sowohl die Bethesda-Kriterien als auch die Amsterdam-Kriterien wurden mit der neuen Formel übertroffen.

Viele hereditäre Krebserkrankungen haben eine schlechtere Prognose als non-hereditäre Tumoren des gleichen Typs. Dies scheint beim Lynch-Syndrom nicht unbedingt der Fall zu sein. Die Überlebenschancen waren bei den Patienten mit und ohne Mutationen in den DNA-Reparaturgenen gleich. Damit entfällt eine wichtige Motivation für die Testung. Sie besteht in der Identifizierung von Tumoren mit besonders guter oder schlechter Prognose, die dann mehr oder weniger aggressiv behandelt werden könnten. Ein anderes Motiv für eine Testung bleibt allerdings bestehen: Bei einem hereditären Tumor können auch die Verwandten betroffen sein. Ein positiver Gentest könnte hier Anlass für eine intensivere Früherkennung sein. /rme

Informationsquelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=24742

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