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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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27.06.2006 18:45
Röntgenthorax erhöht Brustkrebsrisiko bei BRCA-1/2-Genträgerinnen antworten

Medizin

Röntgenthorax erhöht Brustkrebsrisiko bei BRCA-1/2-Genträgerinnen

Lyon - Die Defekte im DNA-Reparatursystem machen Trägerinnen der BRCA-1/2-Gene besonders anfällig gegenüber ionisierenden Strahlungen. Nach den Ergebnissen einer retrospektiven Studie im Journal of Clinical Oncology (2006: doi: 10.1200/JCO.2005.03.3126) könnten bereits Röntgenuntersuchungen des Thorax das Brustkrebsrisiko erhöhen, vor allem wenn sie vor dem 20. Lebensjahr angefertigt werden.

Ionisierende Strahlen können Tumoren induzieren. Prinzipiell stellt jede einzelne Röntgenuntersuchung ein Risiko dar, das allerdings bei der Thoraxübersichtsaufnahme epidemiologischen Studien zufolge minimal ist. Die Zellen des Körpers verfügen nämlich über ein DNA-Reparatursystem, dass Schäden am Erbgut, seien sie durch ionisierende Strahlen oder andere Karzinogene verursacht, zu reparieren. Bei Menschen mit Defekten im DNA-Reparatursystem ist dies anders, wie das Extrembeispiel der Xeroderma pigmentosum zeigt. Bei diesen Personen führt ein genetisch bedingter Ausfall des DNA-Reparatursystems dazu, dass das Sonnenlicht bereits im Kindesalter schwerste Verbrennungen in der Haut und Hauttumoren induziert. Defekte in den BRCA1- oder BRCA2-Genen, die zu familiär gehäuftem Mammakarzinomen führen, sind weniger gravierend. Sie führen jedoch auch zu einer verminderten DNA-Reparatur, weshalb die Genetic Epidemiology Group an der International Agency for Research on Cancer in Lyon in einer retrospektiven Studie der Frage nachging, ob Röntgenuntersuchungen des Thorax möglicherweise das Brustkrebsrisiko erhöhen.

Die Gruppe um David Goldgar (heute in Salt Lake City tätig) wertete die Daten der International BRCA 1/2 Carrier Cohort Study aus. Sie umfasst Frauen, bei denen die beiden wichtigsten Brustkrebs verursachenden Gene gefunden wurden, wobei nicht alle Frauen bereits an Brustkrebs erkrankt sind.

Mehr als 1.600 Frauen wurden per Fragebogen gebeten, Auskunft über frühere Röntgenthorax-Untersuchungen zu geben. Ergebnis: BRCA 1/2-Trägerinnen, bei denen bereits einmal ein Röntgen-Thorax durchgeführt worden war, erkrankten zu 54 Prozent häufiger an Brustkrebs (Hazard Ratio, HR = 1,54; p = 0,007). Bei Frauen unter 40 Jahren war das Risiko noch deutlicher erhöht (HR 1,97 p < 0,001). Bei Frauen, die nach 1949 geboren wurden, war das Risiko zweieinhalbfach erhöht (HR 2,56). Hatten diese Frauen vor dem 20. Lebensjahr einen Röntgenthorax erhalten hatten, erkrankten sie sogar mehr als vierfach häufiger (HR 4,64; p<0,001) als Frauen, deren Thorax niemals geröntgt wurde.

Die Autoren betonen, dass die Ergebnisse dringend durch weitere prospektive Studien überprüft werden müssen. Bei retrospektiven Studien besteht immer die Gefahr, dass ein „Recall bias“ die Ergebnisse verfälscht. Der „Recall bias“ entsteht, wenn Frauen, die am Brustkrebs erkrankt sind, sich häufiger an frühere Röntgenuntersuchungen erinnern, vielleicht weil sie selbst die Strahlenexposition als Ursache in Verdacht haben. Ein zweiter Schwachpunkt der Studie ist die fehlende Kenntnis über die Röntgendosis. Die Forscher konnten deshalb keine Dosis-Wirkungsbeziehung herstellen, die immer ein starker Hinweis auf eine kausale Assoziation ist. /rme

Informationsquelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=24704

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