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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

22.06.2006 20:24
Zervixkarzinom: Kondome verhindern HPV-Infektionen antworten

Medizin

Zervixkarzinom: Kondome verhindern HPV-Infektionen

Seattle - In den USA wurde kürzlich der erste Impfstoff gegen humane Papillomaviren (HPV) eingeführt, der die Inzidenz des Zervixkarzinoms (und anderer HPV-assoziierter Infektionen) deutlich senken kann. Ein ähnlicher Effekt kann durch die regelmäßige Verwendung von Kondomen erzielt werden, wie eine Longitudinalstudie im New England Journal of Medicine (NEJM 2006; 354: 2645-2654) zeigt.

Dass Kondome vor HPV-Infektionen schützen, die zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen gehören, erscheint nur auf den ersten Blick richtig. Die Viren befinden sich nicht nur in den vom Latex des Kondoms abgedeckten Bereich, sondern können auch auf anderem Wege als der vaginalen Penispenetration an die Zervix gelangen. Tatsächlich hatten einige frühere Studien ergeben, dass der Kondomgebrauch überhaupt nicht vor HPV-Infektionen schützt. In einer überhitzten Debatte wurde die amerikanische Zulassungsbehörde FDA sogar dazu gezwungen, einen entsprechenden Warnhinweis auf Kondompackungen zu verfügen.

Um die Frage definitiv zu klären, wurde in den letzten Jahren mit beträchtlichem finanziellen Aufwand (685.000 US-Dollar soll das National Institute of Allergy and Infectious Diseases bezahlt haben) eine Langzeitbeobachtung bei Studentinnen der Universität von Washington in Seattle durchgeführt. Teilnehmen durften nur Studentinnen, die bisher niemals (oder frühestens 3 Monate vor Beginn der Studie) Geschlechtsverkehr hatten. In den folgenden durchschnittlich 34 Monaten mussten die Studentinnen alle zwei Wochen ein (internetbasiertes) Tagebuch ausfüllen, in dem sie alle Sexualkontakte notierten und angaben, ob dabei Kondome verwendet wurden. Alle vier Monate wurden die jungen Frauen gynäkologisch untersucht. Die Bereitschaft zur Teilnahme war gering. Von den angeschriebenen 24.201 Studentinnen antworteten 243, von denen 82 in die abschließende Auswertung einbezogen werden konnten.

Am Ende gab es ein eindeutiges Ergebnis: Die Inzidenz von genitalen HPV-Infektionen betrug 37,8/100 Personenjahre, wenn bei jedem Verkehr ein Kondom verwendet wurde, sie steigt auf 89,3/100 Personenjahre, wenn in weniger als 5 Prozent der Fälle ein Kondom verwendet wurde. Daraus errechnen Rachel Winer und Mitarbeiter von der Universität Seattle eine Risikominderung um 70 Prozent (korrigierte Hazard Ratio 0,3; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,1 bis 0,6). Wie zu erwarten, machen die Kondome keinen Unterschied zwischen den einzelnen HPV-Serotypen, wohl aber hat die Zahl der Sexualpartner einen Einfluss. Bei Studentinnen mit wechselnden Partnern (sprich erhöhtem Risiko) wurden deutlich häufiger Infektionen verhindert als bei Frauen in stabiler Beziehung.

Aber auch hier bieten Kondome keinen sicheren Schutz. Das trifft allerdings auch auf den jetzt (in den USA) eingeführten Impfstoff zu. Dieser baut nur eine Immunität gegen die Serotypen 6 und 11 auf, die für etwa 70 Prozent aller Zervixkarzinome verantwortlich sind. Die übrigen 30 Prozent entfallen auf etwa 15 weitere Serotypen, gegen die es bisher keinen Impfschutz gibt. Die Impfung macht nach Ansicht der Autoren die Benutzung von Kondomen deshalb nicht überflüssig, zudem diese auch vor anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen und HIV schützen. /rme

Informationsquelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=24644

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