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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

22.06.2006 18:06
Reise zum Mittelpunkt des Darms – Nur keine Panik antworten

Reise zum Mittelpunkt des Darms – Nur keine Panik

von Redaktion nordhessennews

Noch wenige Minuten, dann ist es soweit. Müde und etwas angespannt liege ich hier im Vorraum auf der Pritsche und warte. Mit wenig Schlaf habe ich die Nacht auf der Toilette verbracht, bis nur noch klare Flüssigkeit kam. Jetzt harre ich ungeduldig der Dinge, die da kommen werden. Was, wäre wenn..., geht es mir plötzlich durch den Kopf. Hätte ich doch schon früher gehen müssen? Beruhige mich selber, es wird schon alles gut werden. Die Warterei schlägt mir auf den Magen. Ich fühle mich nackt und bin es auch – zumindest was meine untere Körperhälfte betrifft. – Dann ist es soweit: „Wir fahren Sie jetzt in den Untersuchungsraum, in wenigen Minuten geht es los.“ Mein Blick fällt auf die bereitliegenden Instrumente und mir schnürt sich alles zusammen. Wie eine gefährliche Natter liegt der schwarze lange Schlauch auf dem Tisch und wartet ruhig auf seinen Einsatz. Doch, lange Zeit zum Nachdenken bleibt mir nicht, die Sedierung beginnt zu wirken und ich höre gerade noch: „Bleiben Sie ganz entspannt, Sie werden kaum etwas spüren.“ Die erste Darmspiegelung meines immerhin schon 54-jährigen Lebens ...

Koloskopie – Effektive Methode kann Darmkrebs verhindern

Darmkrebs wird auch heute noch häufig viel zu spät diagnostiziert. Ein Grund: Alles, was mit Verdauung, Darmproblemen oder gar der Untersuchung des Verdauungstraktes in Verbindung gebracht wird, ist für viele Menschen ein Tabu. Es wird aus Angst vor der Endoskopie und aus falscher Scham geschwiegen, vor dem Arzt und auch vor dem eigenen Partner. Mit fatalen Folgen: „Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland“, so Prof. Dr. Gereon Börsch, Direktor der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie und Nephrologie des Elisabeth-Krankenhauses Essen. „Jährlich erkranken ca. 60.000 Menschen an Dickdarmkrebs, etwa die Hälfte der Erkrankten stirbt an den Folgen. Das müsste nicht sein. Denn die Koloskopie – wie die Darmspiegelung genannt wird – ist zur Zeit die effektivste Methode um Darmkrebs zu verhindern.“

Darmkrebs entsteht nicht über Nacht

Darmkrebs gehört zu den langsam wachsenden Krebsarten. „Zu 95 Prozent entsteht er aus den so genannten Polypen. Dabei handelt es sich um gutartige Wucherungen, die im Darm nicht spürbar sind“, erläutert Prof. Börsch. „Da die meisten Polypen klein sind, können sie jahrelang keine Symptome zeigen. Sie können in allen Darmabschnitten vorkommen, wachsen aber am häufigsten im Dick- und Mastdarm. Mögliche Veränderungen werden oft erst entdeckt, wenn Behinderungen auftreten, beispielsweise ein Darmverschluss oder Blutungen. Polypen neigen dazu zu wachsen und zu entarten. Im Laufe von ca. zehn bis 15 Jahren können sich so aus einzelnen Zellen bösartige entwickeln und zu einem Karzinom der Darmschleimhaut führen.“

In die Schlinge genommen

Die frühzeitige Abtragung möglicher Polypen ist umso wichtiger. Denn durch die Entfernung der Polypen kann das Krebsrisiko bereits vor der Entartung minimiert werden. „Mittels Endoskopie kann wortwörtlich in den Darm geschaut werden“, erklärt Prof. Börsch die Untersuchung. „Am Endoskop befindet sich neben Kamera und Kaltlichtquelle ein Arbeitskanal, durch den während der Koloskopie mikrochirurgische Instrumente eingeführt werden können. So ist es möglich, die einzelnen Darmabschnitte und Schleimhautveränderungen über einen Monitor zu begutachten, Gewebeproben – Biopsien – zu entnehmen, Blutungen zu stillen oder eben mittels einer speziellen Schlinge Polypen abzutragen. Der Patient bekommt für die Zeit der Untersuchung eine leichte Sedierung und spürt von dem Eingriff so gut wie nichts. Einige Patienten geben lediglich an, einen leichten Druck verspürt zu haben.“

Vorsorge ist besser als Heilung

„Medizinisch sind wir heute soweit, dass niemand mehr an Darmkrebs sterben muss, weil gerade durch die endoskopischen Untersuchungen die Vorstufen erkannt und entfernt werden können. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Vorsorgeuntersuchungen auch wahrgenommen werden. Ich kann nur allen raten, nutzen Sie die Möglichkeit der Vorsorgeuntersuchung und verschaffen Sie sich Sicherheit“, rät Prof. Börsch.

„Hallo?, Hallo, aufwachen!, die Untersuchung ist vorbei, Sie haben die Darmspiegelung gut überstanden. Wir haben zwei kleine Polypen entfernt, ansonsten waren keine Auffälligkeiten zu sehen. Werden Sie richtig wach und dann können Sie zu Hause anrufen und sich abholen lassen. – Ich betrachte benommen die Fotos meines rosafarbenen Darminnern, die während der Darmspiegelung gemacht wurden und bin erleichtert. Dieses Erlebnis muss ich erst mal verdauen, aber schlimm, schlimm ist es überhaupt nicht gewesen..... (EKE)

Informationsquelle: http://www.nh24.de/content/view/1234/93/

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