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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

20.06.2006 19:35
Kolonkarzinom: Sentinel-Biopsie verbessert Staging antworten

Medizin

Kolonkarzinom: Sentinel-Biopsie verbessert Staging

Santa Monica - Die Analyse von so gennanten Sentinel-Lymphknoten (SLN) verbessert beim Kolonkarzinom die diagnostische Genauigkeit. In einer prospektiven Studie in den Archives of Surgery (2006; 141: 527-534) mussten die Pathologen nach Kenntnis des SLN-Status in einem Viertel der Fälle ihre Diagnose ändern.

Die SLN-Biopsie wurde zuerst beim Melanom eingesetzt. Ein Farbstoff (oder ein radioaktiver Tracer) wird in das den Tumor umgebende Gewebe injiziert. Mit den abführenden Lymphwegen gelangt der Marker in einen regionären Lymphknoten, der dadurch als SLN identifiziert wird. Da das Melanom zunächst über die Lymphwege metastasiert, liefert die genaue Untersuchung dieses SLN genaue Informationen zum Staging des Tumors, was für die Frage der Therapie von entscheidender Bedeutung sein kann. Neben dem Melanom wird die SLN gelegentlich auch beim Mammakarzinom durchgeführt. Im Prinzip ist sie auch bei anderen Tumoren wie dem Kolonkarzinom sinnvoll. Hier könnte der Erkenntnisgewinn sogar sehr groß sein, da die Lymphflüssigkeit in unterschiedliche Regionen drainiert wird, etwa in die epikolischen, parakolischen und schließlich in die para-aortalen Lymphknoten.

In einer früheren Studie hatten Anton Bilchik vom John Wayne Cancer Institute in Santa Monica/Kalifornien und Mitarbeiter gezeigt, dass die Darstellung der SLN im Bereich des Kolons möglich ist. Deshalb entschieden sie sich für eine prospektive Studie, an der an mehreren (in der SLN-Technik erfahrenen) Kliniken 132 Patienten teilnahmen. 33 Patienten (30 Prozent) hatten einen Tumor im Stadium I, bei 46 Patienten (41 Prozent) wurde ein Tumor im Stadium II und bei 32 Patienten (29 Prozent) im Stadium III diagnostiziert.

Diese Klassifikation erfolgte nach der Operation vom Pathologen ohne Kenntnis des SLN-Status. Die Berücksichtigung des SLN-Status führte dann in einem Viertel der Fälle (28 Patienten) zu einer Neueinstufung in ein höheres Stadium (Upstaging). Dies wurde notwendig, weil die genaue histologische Untersuchung des SLN Tumoraussaaten aufdeckte, die bei der normalen Untersuchung übersehen worden wären. Die Sensitivität der SLN-Biopsie betrug 88,2 Prozent. Bei 45 von 51 Patienten, bei denen der Tumor bereits Metastasen gebildet hatte, wurde ein Befall des SLN gefunden. Falsch negative Befunde, also ein tumorfreier SLN bei Aussaat in andere Regionen trat nur bei sechs von 81 (7,4 Prozent) auf. Insgesamt waren 18 Prozent der SLN vom Tumor befallen, während es bei den anderen Lymphknoten nur 6 Prozent waren.

Noch ist unklar, ob die genauere Diagnostik einen Einfluss auf die Therapie hat. Dies erscheint denkbar, da bislang viele okkulte Metastasen übersehen werden. Ein Drittel aller Patienten mit negativem Lymphknotenbefund sterben später an ihrem Darmkrebs. Ob diese SLN-Biopsie diese Rate senken kann, müssen weitere Untersuchungen zeigen. /rme

Informationsquelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=24620

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