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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

19.06.2006 09:06
Übergewicht als Risiko für Brustkrebs antworten

Übergewicht als Risiko für Brustkrebs

VON GERTI NIEBAUER (Die Presse) 19.06.2006

Prävention. Gewichtskontrolle, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung senken die Brustkrebs-Gefahr. Bei Früherkennung sind die Heilungschancen enorm hoch.

Je mehr eine Frau nach dem 18. Lebensjahr an Gewicht zu nimmt, um so größer ist ihr Brustkrebsrisiko. Zu diesem Ergebnis kommt eine, im Medizinjournal Cancer veröffentlichte Studie, an der 44.000 Frauen teilgenommen haben.

Auch Univ.-Prof. Dr. Michael G. Smola von der Chirurgischen Onkologie der medizinischen Universität Graz sieht in einer Gewichtszunahme nach dem 18. Lebensjahr ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Mammakarzinoms nach den Wechseljahren. "Ein Risiko, das durch Gewichtsabnahme wieder gesenkt werden kann", schreibt er in dem Buch "Hilfe bei Brustkrebs. Vorsorge, Früherkennung, Behandlung, Nachsorge".

Smola rät zu einer ausgeglichenen Ernährung (Detail aus dem O-Text: "Die niedrigen Krebsraten in Südeuropa haben möglicherweise mit dem Konsum von Olivenöl zu tun"), zu regelmäßiger Bewegung (zu viel Kalorien durch zu viel Fett und zu geringer Energieverbrauch durch zu wenig Bewegung stellen ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar) und zur Gewichtskontrolle. Rauchen als Risikofaktor sei nicht eindeutig nachgewiesen, aber weniger Tabak und Alkoholkonsum seien der Gesundheit jedenfalls zuträglich.

Eine gewisse erbliche Belastung, an Brustkrebs zu erkranken besteht, "aber das ererbte oder familiär auftretende Risiko betrifft nur fünf Prozent aller Erkrankten. Nur bei sehr wenigen Krebsarten bedeutet die Vererbung eines bestimmten defekten Gens, dass die Krankheit auch ausbricht," nimmt der Onkologe die übertriebene Angst vor einer Vererbung.

Durch regelmäßiges, eigenes Abtasten der Brust, wiederholte ärztliche Untersuchungen, Röntgen, Ultraschall, Mammografie, können krankhafte Veränderungen rechtzeitig erkannt werden. "Die Heilungschancen liegen dann bei mehr als 90 Prozent, aber trotzdem werden die Vorsorgeuntersuchungen noch immer viel zu wenig genützt", mahnt Smola und gibt etliche Tipps zur Vorsorge. Zahlreiche wertvolle Ratschläge gibt es aber auch für den Fall der schlimmen Diagnose Brustkrebs.

Unter anderem enthält das Handbuch auch eine Checkliste, um die richtigen Vorbereitungen vor der Operation zu treffen. O-Text: "Die Aussicht, dass eventuell ein Brustkarzinom vorliegen könnte, stellt eine starke seelische Belastung dar, erfordert aber keine Notfallsbehandlung. Treffen Sie keine voreiligen Entscheidungen, geben Sie sich und Ihrem behandelnden Spezialisten Zeit".

Apropos Spezialist: Ein Arzt, der eine radikale Operation (also Entfernung der Brust) vorschlägt, muss der Patientin nachhaltig begründen, warum er solch einen radikalen Schritt unternehmen will. "Die ursprünglich strengeren Regeln, dass bei Tumoren ab zwei Zentimetern oder zentralem Tumorsitz radikal operiert werden muss, sind als überholt einzustufen", erklärt der erfahrene Chirurg und Buchautor.

Wesentlich sei der notwendige Sicherheitsabstand sowie die Berücksichtigung der Kosmetik. Jede Patientin müsse aber individuell beurteilt werden.

Muss die Brust doch entfernt werden, stehen - in Zusammenarbeit mit dem plastischen Chirurgen - zahlreiche moderne Wiederaufbau-Möglichkeiten zur Verfügung, die gute kosmetische Ergebnis bringen.

Für die Nachbehandlung gibt es verschiedene Varianten: Strahlentherapie, Chemotherapie, Anti-Hormontherapie, Immunmodulatoren. Alle diese Therapien haben Nebenwirkungen, die teilweise sehr unangenehm sein können - auch darüber findet man gründliche Informationen in dem Ratgeber. Neben den etablierten Therapien werden auch ganzheitliche Verfahren angeführt. Mit dem Ziel, "den Patientinnen einen maximalen Behandlungsspielraum einzuräumen. . . die Patientin fühlt sich mit ihren Bedürfnissen verstanden und besser aufgehoben", sind besonders bemerkenswerte Worte eines Onko-Chirurgen.

Besonders hilfreich ist ein dem Buch angeschlossener "Brustpass", in dem die persönlichen Daten, Untersuchungen, Diagnosen, Therapien und Kontrollen eingetragen werden (kostenlos auch bei der Brustkrebshilfe anzufordern, Körblerg. 42, 8010 Graz, Tel. + Fax 0316/3600 977 ).

Hilfe bei Brustkrebs, Vorsorge, Früherkennung, Behandlung, Nachsorge, Verlagshaus der Ärzte, 7,90 €.

Informationsquelle: http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?ch...rt=rw&id=565803

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