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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

09.06.2006 21:15
USA: Zulassung des ersten Impfstoffes gegen das Zervixkarzinom antworten

Medizin

USA: Zulassung des ersten Impfstoffes gegen das Zervixkarzinom

Washington - Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat erstmals einen Impfstoff gegen humane Papillomaviren (HPV) zugelassen, welche die Hauptursache von Zervixkarzinom und Genitalwaren sind. Die Vakzine könnte Teenager zuverlässig vor einer Infektion schützen, die sexuell übertragen wird. Die hohen Kosten sowie religiöse Wertvorstellungen vieler Amerikaner dürften jedoch einer allgemeinen Impfempfehlung entgegenstehen.

Die quadrivalente Vakzine schützt vor Infektionen mit den HPV-Typen 6, 11, 16 und 18. HPV 16 und 18 sind nach Angaben der FDA für 70 Prozent aller Zervixkarzinome verantwortlich. Die HPV-Typen 6 und 11 sind die Verursacher von 90 Prozent aller Genitalwarzen. Der Schutz vor dem Zervixkarzinom ist also nicht absolut und ein Verzicht auf eine Krebsvorsorge nach der Impfung wird des deshalb nicht überflüssig, ein Einspareffekt mithin nicht unbedingt zu erwarten. Dennoch rechnet die US-Öffentlichkeit damit, dass die privaten Versicherungen die Kosten von 360 US-Dollar übernehmen werden, welche die drei Impfungen pro Patient kosten werden.

Die vielen Nichtversicherten müssten die Kosten selber tragen, denn dass die Bundesstaaten die Impfung in ihr Impfprogramm übernehmen, erscheint illusorisch, wenn man bedenkt, dass alle für Kinder empfohlenen Impfungen für etwas mehr als 10 US-Dollar zu haben sind. Auch erwartet man in den USA damit, dass sich religiöse Gruppen gegen eine Impfung aller Teenager sperren werden, mit dem Argument, die beste Vorbeugung gegen HSV-Infektionen sei nun einmal „Kein Sex vor (und außerhalb) der Ehe“.

Nach den Ergebnissen der klinischen Studien schützt Gardasil®, so der Name des Impfstoffs der Firma Merck (in Deutschland MSD) zu 100 Prozent vor HPV 16 und 18 – allerdings nur, wenn noch keine Infektion erfolgt ist. Da die weiblichen US-Teenager in den USA im Durchschnitt im Alter von 15 Jahren das erste Mal Geschlechtsverkehr haben haben, müsste die Impfung früher erfolgen, am besten im Alter von 11 bis 12 Jahren. Zugelassen ist der Impfstoff für alle Mädchen und Frauen im Alter von 9 bis 26 Jahren. Im Prinzip wäre es sinnvoll, wenn auch Jungen geimpft würden, da sie die Überträger von HPV sind, doch dieser Wunsch des Herstellers dürfte wohl vorerst unerfüllt bleiben.

Der hohe Preis wird verhindern, dass der Impfstoff dort eingesetzt wird, wo er am dringendsten benötigt würde, in jenen Ländern der Dritten Welt, in denen es kein funktionierendes Zervixscreening gibt. Denn während in den USA trotz einer hohen Durchseuchung von 6,2 Millionen Frauen, 9.710 Frauen an einem Zervixkarzinom erkranken und 3.700 daran sterben, kommt es weltweit jedes Jahr zu 470.000 Erkrankungen und 233.000 Todesfällen. Das Zervixkarzinom ist in ärmeren Ländern das zweithäufigste Karzinom. /rme

Informationsquelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=24492

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