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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

08.06.2006 13:08
Hirntumore haben keine psychischen Ursachen antworten

Hirntumore haben keine psychischen Ursachen

Dresden - Hirntumore haben nach Ansicht des Dresdner Psychologen Clemens Kirschbaum keine psychischen Ursachen. „Eine Verbindung zwischen beidem lässt sich aus der aktuellen Datenlage bisher nicht ableiten“, sagte der 45 Jahre alte Professor im Gespräch mit dpa. Gleiches gelte für den möglichen Einfluss moderner Kommunikationstechnik auf das Gehirn. „Es gibt keinen Beleg dafür, dass Funktelefone oder andere elektronische Geräte das Hirn schädigen.“

In Regie von Kirschbaum beschäftigen sich derzeit rund 240 Wissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum in Dresden mit biopsychologischen Themen. Bei dem Kongress „Psychologie und Gehirn“ geht es noch bis Samstag vor allem um moderne Bildgebungsverfahren zur Untersuchung des Stoffwechsels im Gehirn sowie um das Wechselspiel zwischen Veranlagung und Umweltfaktoren bei psychischen Erkrankungen. Dabei können die Forscher auf Ergebnisse der Verhaltensgenetik zurückgreifen.

„Wir wissen heute zum Beispiel, dass es eine Veranlagung zu Depressionen gibt“, sagte Kirschbaum. Ohne ein entsprechendes „Schutz-Gen“ könne der Mensch zum Patienen werden, wenn später negative Erfahrungen wie sexueller Missbrauch oder Gewalt hinzukommen. „Die Interaktion von Veranlagung und Umweltfaktoren führt zu einer entsprechenden Gefährdung des Organismus.“

Auch auf Symptome wie Stress richten Psychologen ihr Augenmerk. „Wir untersuchen, welche Gehirnteile an der Verarbeitung von Reizen beteiligt sind und ob sich das trainieren lässt. Das hätte den Vorteil, dass bei wiederholter Belastung schneller eine Anpassung erfolgt“, sagte der Professor. Leider sei die Wissenschaft noch nicht so weit, um Erfolge vorweisen zu können. „Wir wissen noch nicht, was genau wir tun müssen, um Menschen vor Stress zu immunisieren.“

Kirschbaum zufolge ist das Interesse an Psychologie und Gehirn dank populärwissenschaftlicher Publikationen stark gewachsen. Bücher wie „Warum Männer nicht zuhören und Frauen nicht einparken können“ hätten zu einer „wunderbaren Entwicklung“ für die Neurowissenschaften geführt. „Das Gehirn von Frau und Mann funktioniert unterschiedlich. Zwar nach den gleichen Prinzipien, aber zum Teil anders organisiert.“ Unterschiede im Verhalten ließen sich zudem auf entwicklungsgeschichtliche Wurzeln zurückführen.

In populärwissenschaftlichen Büchern wird beispielsweise die Ausdauer des Mannes beim Angeln oder Feuermachen mit dessen Aufgabenzuteilung in der urzeitlichen Gesellschaft erklärt. „Das sind nahe liegende Erklärungen. Solange es keine besseren Theorie gibt, werden sie Gültigkeit besitzen“, sagte Kirschbaum. (dpa)


Informationsquelle: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1181195

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