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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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01.06.2006 07:56
Gezeugt, um zu retten antworten

Gezeugt, um zu retten

In der Schweiz kam ein Designerbaby auf die Welt, um einem schwer kranken Jungen das Leben zu retten. Erfolgreiche Transplantation von Knochenmark.

salzburg (SN-schwi). Elodie ist kein normales Baby. Elodie wurde gezielt aus mehreren Embryonen ausgewählt, um ihrem Bruder Noah zu helfen, der an einer schweren Erkrankung des Immunsystems leidet. Nur mit Hilfe einer Knochenmarkstransplantation besteht die Möglichkeit, den Buben zu heilen.

In den USA wurden in den vergangenen Jahren bereits mehrere Designerbabys gezeugt, um schwer kranke Familienangehörige zu retten. Mitte Februar kam in Großbritannien ein Mädchen zur Welt, das im Reagenzglas ausgewählt wurde, um ihrem Bruder zu helfen, der an Leukämie erkrankt war.

Elodie ist das erste Designerbaby der Schweiz, das dieser Tage in den Medien der Eidgenossen Schlagzeilen macht und die Diskussion über Ethik in der Medizin neu anheizt. Das Mädchen wurde nach einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung im Reagenzglas in einer Reproduktionsklinik in Brüssel gezeugt.

Mit Hilfe der Präimplantationsdiagnostik (PID) und des HLA-Typings (siehe Box) konnten die zur Verfügung stehenden Embryos auf genetische Erkrankungen und Bluteigenschaften hin überprüft werden. Diese Technik ist in der Schweiz wie auch in Österreich nach wie vor verboten, aber nicht in Großbritannien oder in Belgien.

Der mittlerweile sechsjährige Noah leidet an chronischer Granulomatose. Das ist ein Gendefekt, der das Immunsystem schwächt. Menschen, die mit dieser Erbkrankheit geboren werden, haben eine Lebenserwartung von höchstens 25 Jahren. Sie müssen isoliert leben, um sich von Krankheitskeimen fern zu halten.

Dem Jungen konnte nur eine Transplantation von Stammzellen aus der Nabelschnur oder aus dem Knochenmark helfen. Dafür muss aber das genetische Material des Spenders genau mit jenem des Empfängers übereinstimmen.

Da kein geeigneter Spender gefunden werden konnte, entschlossen sich die Eltern von Noah, in Belgien mit Hilfe eines darauf spezialisierten Forschungslabors einen Embryo zu zeugen, der die entsprechenden Voraussetzungen hat. Dieser Embryo wurde der Mutter eingesetzt. Es musste ein Mädchen sein, weil die Erbkrankheit auf männliche Nachkommen übertragen wird.

Heute ist Elodie ein Jahr alt, die Knochenmarkstransplantation ist bereits erfolgt und dem Buben geht es mittlerweile schon viel besser. Er muss noch Menschenansammlungen vermeiden, weil er vor allem noch zu wenig Abwehrkräfte gegen Viren hat.

Die Eltern der Kinder sind jedenfalls glücklich. Elodie sei auf keinen Fall ein nur aus medizinischen Gründen erzeugtes Baby. Sie hätten es auch mit einem gesunden Noah gewollt, betonen sie im Gespräch mit den Schweizer Journalisten.

In Österreich ist die PID nach wie vor verboten, die politische Diskussion darüber tritt auf dem Stand. In der Bioethikkommission hat man sich zuletzt allerdings dafür ausgesprochen, sie im Falle schwerster Erbkrankheiten unter strengen Rahmenbedingungen zuzulassen.

© SN.

Informationsquelle: http://www.salzburg.com/sn/06/05/31/artikel/2084715.html

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