Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden  
Leben mit der Krankheit Krebs

Leben mit der Krankheit Krebs
Ein Forum und Infoportal für Betroffene, Angehörige und Interessierte


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 248 mal aufgerufen
 Aktuelle Nachrichten (alle Krebsarten)
Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 613

08.05.2006 20:44
Gen erklärt 8 Prozent aller Prostatakarzinome antworten

Medizin

Gen erklärt 8 Prozent aller Prostatakarzinome

Reykjavik - Etwa 19 Prozent aller Menschen europäischer Herkunft tragen eine Genvariante auf dem Chromosom 8, die bei Männern das Risiko eines Prostatakarzinoms um 60 Prozent erhöht und für 8 Prozent aller Erkrankungsfälle verantwortlich sein könnte. Dies ergab eine Untersuchung in Nature Genetics (2006; doi:10.1038/ng1808).

Das Gen wurde von der in Reykjavik ansässigen Firma deCODE genetics entdeckt. Diese Firma screent den Genpool der isländischen Bevölkerung, der sehr homogen ist, da fast alle Einwohner von wenigen Wikingern abstammen, die im Mittelalter die entlegene Insel im Nordatlantik besiedelt haben. Die Homogenität erleichtert die Suche nach genetischen Varianten, die mit Krankheiten assoziiert sind.

Zu den Krankheiten, bei denen es epidemiologische Hinweise auf eine genetische Prädisposition gibt, zählt das Prostatakarzinom. In der Vergangenheit waren bereits mehrere Gene gefunden worden, welche zur häufigsten Krebserkrankung des Mannes prädisponieren. Sie waren aber alle auf wenige Familien beschränkt und deshalb für die genetische Beratung der Bevölkerung nicht von Bedeutung. Anders ist dies bei der jetzt von Laufey Amundadottir von deCODE genetics zusammen mit schwedischen und amerikanischen Forschern vorgestellten Variante.

Es handelt sich um die Variante eines Gens, dessen normale Funktion nicht bekannt ist. Es befindet sich auf dem Chromosom 8 und dort in einer Region, die in Prostatakarzinomen häufig stark vermehrt ist. Die Forscher haben dieses Gen zunächst in einer Fall-Kontroll-Studie des Isländischen Krebsregisters untersucht. Danach wurden zwei weitere Studien in den USA und in Schweden durchgeführt. Damit sollte sichergestellt werden, dass es sich nicht um eine zufällig in Island, aber nirgendwo sonst verbreitete Mutation handelt. Dies war nicht der Fall. Für alle Menschen europäischer Herkunft wurde eine Odds Ratio von 1,62 gefunden, die hochgradig signifikant war. 19 Prozent aller Prostatakrebspatienten, aber nur 13 Prozent der Allgemeinbevölkerung sind Träger des genetischen Merkmals.

Dies ist ein geringer Unterschied. Da das Prostatakarzinom aber sehr häufig ist, ergibt sich ein hohes attributables Risiko in der Bevölkerung (PAR) von 8 Prozent. Diese Zahl umschreibt den Anteil aller Krebserkrankungen, der auf diese Genvariante zurückzuführen ist, wobei bei jedem einzelnen Patienten durchaus mehrere Faktoren zusammentreffen könnten, bevor es zum Krebs kommt. Interessanterweise wurde die gleiche Genvariante auch bei Amerikanern afrikanischer Herkunft gefunden, wo das PAR sogar 16 Prozent beträgt. Dies könnte erklären, warum Männer afrikanischer Herkunft häufiger als Europäer an Prostatakrebs erkranken.

Die Firma deCode genetics kündigte die Entwicklung eines Gentests an. Die Bedeutung zur Früherkennung dürfte gering sein. Möglicherweise zeigt ein positives Ergebnis jedoch eine besonders aggressive Variante des Tumors an. Dies wäre beim Prostatakarzinom von besonderer Bedeutung, da bei dem im Allgemeinen sehr langsam wachsenden Tumor die Indikationsstellung zur Operation häufig schwer fällt. /rme

Informationsquelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=24110

 Sprung  

counter
Impressum und Haftungsausschluss - Hinweis zu den Informationen hier

Xobor Forum Software von Xobor | Forum, Fotos, Chat und mehr mit Xobor