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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

04.05.2006 07:57
Arzneimittel gegen Krebsstammzellen gesucht antworten

Arzneimittel gegen Krebsstammzellen gesucht

Erste Versuche bei Mäusen mit Leukämie

slz. Mittlerweile kennt man nicht nur von gesunden Geweben die Stammzellen, sondern auch von diversen Blut-, Brust- und Hirntumoren die entsprechenden Krebsstammzellen, aus denen alle weiteren entarteten Zellen hervorgehen. Experten vermuten, dass die gängigen Antikrebsmedikamente zwar die Masse der Tumorzellen einer Krebsgeschwulst abtöten, nicht aber die Krebsstammzellen treffen. Benötigt werden deshalb Substanzen, die diese Vorläuferzellen gezielt vernichten oder zumindest blockieren und dabei die gesunden Stammzellen unbehelligt lassen. Zwei amerikanische Forscherteams der Universitäten in Ann Arbor, Los Angeles und Kansas City sind in dieser Hinsicht nun einen Schritt weiter gekommen.[1] Sie haben einen molekularen Unterschied zwischen Leukämie-Stammzellen und gesunden Stammzellen identifizieren können, der sich vielleicht auch therapeutisch nutzen lässt.

So bilden Leukämie-Stammzellen offenbar erst dann Krebszellen, wenn ihnen ein bestimmtes Eiweiss (Pten-Protein) fehlt, das als sogenannter Tumorsuppressor die Krebsentwicklung verhindert. Das Fehlen des Pten-Proteins führt in der Zelle unter anderem dazu, dass ein spezielles Enzym, eine Kinase, aktiviert wird. Diese kann, wie man bereits aus früheren Studien weiss, durch eine bekannte Substanz, Rapamycin, blockiert werden.

Verhinderten nun die Forscher bei gentechnisch veränderten Mäusen die Produktion des Pten-Proteins, erkrankten die Tiere tatsächlich an einer Leukämie. Gab man ihnen jedoch sofort nach der Blockade Rapamycin, überlebten sie - und mit ihnen die gesunden Stammzellen. Die Versuche zeigten allerdings, dass Rapamycin nicht als Heilmittel gegen Leukämie taugt. Denn gab man die Substanz Tieren mit einem etablierten Blutkrebs, so lebten diese Mäuse zwar länger als die Tiere der Kontrollgruppe, sie wurden aber durch das Medikament nicht geheilt. Dies zeige, schreiben die Forscher, dass Rapamycin spezifisch die neu gebildeten Leukämie-Stammzellen blockiere. Dadurch könne sich kein Blutkrebs bilden. Die Arbeit habe damit bewiesen, dass es molekulare Unterschiede zwischen gesunden Stammzellen und Krebsstammzellen gebe. Nun müsse man solche Unterschiede besser charakterisieren, um gezielt Medikamente gegen Krebsstammzellen entwickeln zu können.

[1] Nature, Online-Publikationen vom 5. April 2006 (doi: 10.1038/ nature04703) und 23. April 2006 (doi:10.1038/nature04747)

Informationsquelle: http://www.nzz.ch/2006/05/03/ft/articleE2O91.html

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