Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden  
Leben mit der Krankheit Krebs

Leben mit der Krankheit Krebs
Ein Forum und Infoportal für Betroffene, Angehörige und Interessierte


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 246 mal aufgerufen
 Aktuelle Nachrichten (alle Krebsarten)
Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 613

02.05.2006 08:12
Bürokratie blockiert Krebsvorsorge antworten

Bürokratie blockiert Krebsvorsorge

Mammographien: Hamburg bietet vorgeschriebene Untersuchungen erst ab 2007 an. In anderen Bundesländern sind die sogenannten Screenings längst eingeführt worden.

Von Angela Grosse

Ob Stade, Cuxhaven, Rotenburg/Wümme oder Bremen - überall dort haben ältere Frauen die Möglichkeit, im Rahmen einer Reihenuntersuchung kostenlos eine Mammographie machen zu lassen. Dieses sogenannte Screening erhöht ihre Chancen, daß ein Brustkrebs frühzeitig erkannt und behandelt wird. Doch in Hamburg geht das noch nicht. "Erst Anfang 2007 wird das freiwillige Screening-Programm auch in Hamburg angeboten werden", sagt Barbara Heidenreich, Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hamburg.

Dabei sollte das Mammographie-Screening bereits seit dem 1. Januar 2006 flächendeckend in ganz Deutschland eingeführt sein. So jedenfalls wollte es der Bundestag. Einstimmig beschloß er Ende Juni 2002 den Aufbau eines bundesweiten Programms, damit alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre diese kostenlose Röntgenuntersuchung bekommen, wenn sie es wünschen. Denn gerade Frauen dieses Alters sind besonders von Brustkrebs betroffen. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 47 000 Frauen an Brustkrebs, von denen 18 000 daran sterben. Mit Hilfe des neuen Programms könnten, so Leonhard Hansen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, 3500 von ihnen überleben.

Bereits in Bremen sowie in Teilen von Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Bayern und Hessen wird das Mammographie-Screening angeboten. 38 der angestrebten 93 Praxen, die in einem aufwendigen Verfahren eigens für dieses Programm zugelassen werden müssen, haben ihre Arbeit aufgenommen. Hamburg hinkt bei der Umsetzung hinterher. Das hat mehrere Gründe. "Beispielsweise mußte die Bürgerschaft erst eine Änderung des Hamburgischen Gesundheitsdienstgesetzes beschließen. Dieser Beschluß war notwendig, um die Weitergabe von Daten der Meldebehörden an eine zentrale Stelle zu ermöglichen, die alle Frauen über das freiwillige Mammographie-Screening informiert und dazu einlädt", erläutert KV-Sprecherin Heidenreich. Der Senat beschloß am 27. September 2005 diese Anpassung des Gesetzes. Nach Beratungen im Gesundheitsausschuß gab die Bürgerschaft am 18. Januar grünes Licht für das freiwillige Screening. "Sofort danach haben wir die Ausschreibung im Hamburger Ärzteblatt veröffentlicht, damit sich interessierte Praxen für das Programm bewerben können. Die Frist endet am 10. Mai", sagt Heidenreich. Zwei Praxen werden den Zuschlag erhalten. Dann werden etwa 200 000 Hamburgerinnen schriftlich eingeladen.

Die freiwillige Untersuchung im Rahmen dieses Programms läuft anders ab als die bisher üblichen Mammographien zur Früherkennung: Beim Termin bekommt die Frau keinen Arzt zu Gesicht. Röntgenassistentinnen fertigen die Aufnahmen an. Diese werden später von zwei besonders geschulten Ärzten unabhängig voneinander beurteilt. "Diese Mediziner müssen ein umfangreiches Fortbildungsprogramm absolviert haben, jährlich 5000 Mammographien von Frauen begutachten und sich immer wieder überprüfen lassen", so Barbara Heidenreich. Das Ergebnis soll der Frau spätestens nach sieben Werktagen mitgeteilt werden. Sollte sich aus den Röntgenaufnahmen der Verdacht auf eine Krebserkrankung ergeben, werden - wie bislang auch - weitere Untersuchungen vorgenommen.

Auch wenn dieses Programm helfen kann, Brustkrebs früh zu erkennen - den regelmäßigen Besuch beim Frauenarzt sowie das sorgfältige Abtasten der eigenen Brust ersetzt dieses Programm nicht, darauf weisen die Mediziner ausdrücklich hin.

Informationsquelle: http://www.abendblatt.de/daten/2006/05/02/558321.html

 Sprung  

counter
Impressum und Haftungsausschluss - Hinweis zu den Informationen hier

Xobor Forum Software von Xobor | Forum, Fotos, Chat und mehr mit Xobor