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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

24.03.2006 18:46
Brustkrebs: Fortgeschrittenes Mammakarzinom: Paclitaxel plus Bevacizumab ... antworten

Medizin

Fortgeschrittenes Mammakarzinom: Paclitaxel plus Bevacizumab verlängern (krankheitsfreies) Überleben

Nizza - Beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom scheint die Kombination des Angiogenesehemmers Bevacizumab mit der Standardtherapie mit Paclitaxel das krankheitsfreie Überleben deutlich zu verlängern. Dies zeigen vorläufige Ergebnisse einer größeren randomisierten kontrollierten Studie, die auf einem Kongress des Federation of European Cancer Societies in Nizza vorgestellt wurden.

Bevacizumab ist der erste Vertreter einer neuen Wirkstoffgruppe, die die Neubildung von Blutgefäßen im Tumor verhindert. Die Angiogenese wird vom wachsenden Tumor durch die Freisetzung des Wachstumshormons VEGF (vascular endothelial growth factor) selbst initiiert. Der monoklonale Antikörper Bevacizumab bindet VEGF und unterbricht damit die Signalkette. Vorübergehend lässt sich dadurch das Tumorwachstum stoppen und die Überlebenszeit der Patienten verlängern, was zuerst für das kolorektale Karzinom belegt wurde, wofür das Medikament inzwischen zugelassen ist. Das Prinzip ist jedoch auch auf andere Karzinome anwendbar, was der Hersteller zunächst bei häufigen Krebserkrankungen untersuchen lässt, zu denen auch der Brustkrebs gehört. Das US-National Cancer Institute beauftragte die Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG) mit der Durchführung einer Phase-III-Studie, deren Ergebnisse jetzt auf der 5. European Breast Cancer Conference (EBCC-5) vorgestellt wurden.

Bis März 2004 waren 722 Patientinnen mit lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinomen entweder mit Paclitaxel in einer Monotherapie oder mit einer Kombination aus Paclitaxel plus Bevacizumab behandelt worden. Eine Zwischenauswertung auf der Basis von 484 Ereignissen zeigte nun, dass sich das progressionsfreie Überleben (primärer Endpunkt der Studie) durch den Zusatz von Bevacizumab von 6,11 auf 11,40 Monate nahezu verdoppelte (Hazard Ratio 0,51, p<0,0001). Auch die Ansprechrate war deutlich von 13,8 Prozent auf 29,9 Prozent erhöht (p<0,0001). Bisher sind 275 Patientinnen verstorben, und eine, allerdings noch sehr präliminare Analyse ergab, dass der Zusatz von Bevacizumab die Gesamtüberlebenszeit von 25,2 auf 28,4 Monate verlängert (Hazard Ratio 0,84, p=0,12).

Hier wurde bisher das Signifikanzniveau verfehlt, aber schon bald könnte sich für die Zulassungsbehörde die Frage stellen, ob eine Verlängerung der Lebenszeit um etwa 3 Monate eine Erweiterung der Indikation rechtfertigt. Der Bescheid dürfte, wenn sich die Ergebnisse bestätigen sollten, positiv ausfallen, denn beim kolorektalen Karzinom wird eine Verlängerung der Lebenszeit um 5 Monate erzielt. Für die Kostenträger dürfte dies einen neuen Kostenschub in einer ohnehin kostspieligen Indikation bedeuten, denn die Behandlungskosten für den Angiogenesehemmer betragen etwa 3.000 Euro pro Monat.

Die Verträglichkeit der Kombination wird als „gut“ beschrieben. Es traten jedoch die aus anderen Studien bekannten und für Bevacizumab typischen Nebenwirkungen auf. Hierzu gehört eine Grad 3/4 Hypertonie (16 versus 2 Prozent der Patienten), eine Grad 3/4 Proteinurie (2 versus 0 Prozent) sowie Blutungen (3 versus 0 Prozent). Darmperforationen, deretwegen der Hersteller kürzlich eine andere Studie zum Ovarialkarzinom abbrechen musste, werden nicht beschrieben. /rme

Informationsquelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=23579

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