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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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28.04.2006 19:29
Glukokortikoide in der Tumortherapie eher kontraproduktiv antworten

Medizin

Glukokortikoide in der Tumortherapie eher kontraproduktiv

Heidelberg – Anhaltspunkte dafür, dass Glukokortikoide bei Zellen aus soliden Tumoren häufig zu einer Resistenz gegenüber einer Chemo- oder Strahlentherapie führen, haben Wissenschaftler der Arbeitsgruppe Uroonkologie des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Universitätsklinikums Heidelberg an Zellkulturen und Mäusen gefunden. Außerdem ist die Neigung einer bösartigen Geschwulst, Tochterzellen in andere Körperregionen zu streuen, beim Einsatz von Glukokortikoiden offenbar erhöht.

Kortisonpräparate, die Ärzte im Rahmen einer Krebstherapie einsetzen, lösen in entarteten Zellen des Blut bildenden Systems den programmierten Zelltod, die Apoptose, aus. Zudem mildern die Medikamente Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen und bewahren vor Ödembildung sowie Allergien gegen bestimmte Zytostatika. Zugleich schützen Glukokortikoide normales Körpergewebe vor schädlichen Nebeneffekten des Tumors.

Was für Blutkrebs gilt, werde bisher von führenden onkologischen Organisationen auch für die Therapie von Patienten mit Karzinomen empfohlen. „Allerdings liegen für diesen Anwendungsbereich keine ausreichend kontrollierten Studien vor“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.

Mit einer breit gefächerten Untersuchung von Zellen aus gut einem Dutzend Krebsarten, darunter Tumoren der Lunge, Brust, Prostata, Darm, Bauchspeicheldrüse und des Nervengewebes, untermauerte Prof. Dr. Ingreid Herr gemeinsam mit Ärzten des Heidelberger Universitätsklinikums nun einen Verdacht, der sich schon Mitte des Jahres 2003 abzeichnete.

Bereits damals hatte die Wissenschaftlerin in Zusammenarbeit mit Ulmer und Heidelberger Kollegen gezeigt, dass Zelllinien aus Gebärmutterhals- und Lungentumoren bei gleichzeitiger Gabe von Glukokortikoiden deutlich schlechter auf eine medikamentöse Therapie oder Bestrahlung ansprechen. Dies führten die Forscher auf eine Veränderung des Apoptoseprogramms zurück. Aus bislang ungeklärten Gründen bewirken Steroidhormone bei soliden Tumoren eine Blockade des programmierten Zelltods, bei bösartigen Blutzellen dagegen wird die Apoptose angeregt.

Die Wissenschaftlerin stellte einen Vergleich mit Daten aus anderen Forschungsprojekten an und berichtet darüber in Lancet Oncology (2006, 7, 425-426). Dabei kam zutage, dass bereits vor über 50 Jahren bei Patientinnen mit Brustkrebs eine verstärkte Metastasenbildung beobachtet wurde, wenn diese Kortisonpräparate erhielten. Eine Erhöhung der körpereigenen Glukokortikoidspiegel, die bei Krebskranken mit Nierenzellkarzinom häufiger auftreten, korrelierte mit einer schlechteren Prognose. Patienten mit Gehirnmetastasen eines Lungentumors sprachen schlechter auf die Krebstherapie an, wenn gleichzeitig Steroidhormone verabreicht wurden.

Die Therapie mit Glukokortikoiden habe jedoch auch viele positive Effekte bei der Krebsbehandlung, betonten die Wissenschaftler. Es sei notwendig, die Vermutungen, die sich aus Untersuchungen an Zelllinien und Tieren ergeben haben, in kontrollierten prospektiven Studien zu überprüfen. /hil

Informationsquelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=24011

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