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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

25.04.2006 21:54
Blasenkrebs-Früherkennung bei Frauen antworten

Blasenkrebs-Früherkennung bei Frauen

Urintest findet bei Risikofrauen jeden aggressiven Blasenkrebs

Alle 20 Minuten erkrankt eine Person in Deutschland an Blasenkrebs und alle 100 Minuten stirbt jemand daran. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Deshalb wird das Risiko für einen bösartigen Tumor der Harnblase bei Frauen unterschätzt. Fakt ist aber:
Es erkranken mehr Frauen an Blasenkrebs als an Gebärmutterhalskrebs.

Aber eine Früherkennungsuntersuchung erhalten sogar Risikopatientinnen nur selten. Experten wie der Urologe Professor Arnulf Stenzl von der Universitätsklinik Tübingen fordern seit längerem, Frauen mit erhöhtem Risiko routinemäßig auf Blasenkrebs zu untersuchen. Laut einer neuen Studie aus den USA und Kanada lässt sich die aggressive Form des Tumors zu 100 Prozent dieser Frauen frühzeitig erkennen.

In Deutschland erkranken jährlich 18.850 Männer und 7.100 Frauen an Blasenkrebs.1 Bei Frauen steigen die Erkrankungszahlen an. „Wir verzeichnen in den letzten Jahren eine Zunahme des Blasenkarzinoms bei Frauen, weil immer mehr Frauen rauchen oder berufsbedingt mit krebserregenden Stoffen zu tun haben“, erläutert der Urologe Professor Stenzl aus Tübingen.

Der wichtigste Risikofaktor für Blasenkrebs ist das Rauchen, wobei rauchende Frauen stärker gefährdet sind als Männer.(2) Ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs haben wegen des häufigen Umgangs mit krebsauslösenden Substanzen außerdem Industrie- und Bauarbeiter, Berufskraftfahrer, Feuerwehrleute, Druckereibeschäftigte und Frisöre. Ein weiterer Risikofaktor kommt fast nur bei Frauen zum Tragen: Haare färben. Wer etwa 15 Jahre lang regelmäßig die Haare mit dauerhaften Mitteln färbt verdreifacht die Blasenkrebsgefahr.(3)

Frauen sterben eher an Blasenkrebs – Früherkennung kann dies ändern

Die Heilungschancen von Blasenkrebs sind davon abhängig, ob der Tumor in einem frühen Stadium erkannt wird. Daher ist die Früherkennung enorm wichtig. Eine Voraussetzung für das routinemäßige Screening von Risikopersonen sind praxistaugliche Methoden, die in kurzer Zeit verlässliche Ergebnisse liefern.

Auf dem 53. Jahrestreffen der gynäkologischen Gesellschaft „Society for Gynecologic Investigation“ in Toronto wurden Ende März 2006 viel versprechende Daten präsentiert:
Mit einem Urintest auf das nukleäre Matrixprotein 22 (NMP22) können 100 Prozent der bösartigen Tumoren bei Frauen mit erhöhtem Blasenkrebsrisiko entdeckt werden.

Die Autoren der Studie betonten, dass der Urintest auf NMP22 Blasenkarzinome effektiv und frühzeitig entdeckt und damit die Heilungschancen der erkrankten Frauen verbessert, denn die 5-Jahres Überlebensrate bei Frauen mit einem Blasenkarzinom ist schlechter als die 10-Jahres Überlebensrate beim Mann.(4)

Blutbeimengungen im Urin sind das wichtigste Symptom für Blasenkrebs. Außerdem können Schmerzen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang auf einen Tumor deuten. Leider sind diese Symptome auch bei einer Blasenentzündung, von der Frauen häufig betroffen sind, typisch. So besteht die Gefahr, dass die Beschwerden zunächst falsch beurteilt und falsch behandelt werden und wertvolle Zeit vergeht, bis der Tumor bekämpft wird. Die Folge:
Im Vergleich zu Männern haben Frauen eine um durchschnittlich fünf Jahre verkürzte Überlebensrate.(5)


1. Society for Gynecologic Investigation (SGI), Toronto, 23.3.2006; Scientific Poster 332
2. Report of the Kidney/Bladder Cancers Progress Review Group; National Cancer Institute.
http://planning.cancer.gov/pdfprgreports...idneyreport.pdf

3. Krebs in Deutschland. 5. bearbeitete, aktualisierte Ausgabe. Gesellschaft der epidemiologischen
Krebsregister in Deutschland e.V. und das RKI. Saarbrücken, 2006.
4. Castelao JE et al.: J Natl Cancer Inst. 2001; 93: 538-545
5. Gago-Dominguez M et al.: Int J Cancer 2001; 91: 575-579

Informationsquelle: http://www.mensch-und-krebs.de/index.php...gEd&page_id=312

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