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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

18.04.2006 12:27
Brustkrebs: Kommunikationstraining für Ärzte soll psychosoziale... antworten

Brustkrebs: Kommunikationstraining für Ärzte soll psychosoziale Begleitung verbessern

„Sie haben Brustkrebs!“ Diese Diagnose hören jedes Jahr über 55.000 Frauen in Deutschland. Die meisten trifft sie unerwartet und wie ein Schock. Oft sind Ärzte und Patientin in dieser schwierigen Situation sprachlos. Ein spezielles Trainingsprogramm soll den Gynäkologen und Onkologen helfen, einfühlsam auf die betroffene Frau zuzugehen und sie aktiv in den Behandlungsprozess mit einzubeziehen. Im Rahmen einer internationalen Studie, die von der Deutschen Krebshilfe mit fast 100.000 Euro gefördert wird, werden die Ärzte von erfahrenen Psychologen geschult. Darüber hinaus wird die Wirksamkeit dieses Kommunikationstrainings untersucht. An der Studie nehmen neben Kliniken in Frankfurt am Main, München und Kiel auch Krebszentren in der Schweiz, Österreich und Australien teil.

„Krebs-Patienten müssen ganzheitlich betreut werden“, betont Frau Professor Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe. „Sie brauchen die bestmögliche medizinische Versorgung, aber genauso wichtig ist es, die seelischen und sozialen Ängste der Betroffenen ernst zu nehmen.“ Basis dafür ist eine gute Beziehung zwischen Arzt und Patient. Dies kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Doch gerade hier gibt es immer noch Defizite. „Durch die Förderung der Kommunikations-Studie möchte die Deutsche Krebshilfe die Qualität der psychosozialen Begleitung von Brustkrebs-Patientinnen verbessern“, erklärt Professor Schipanski.

Im Rahmen der Studie werden Onkologen durch ein wissenschaftliches Kommunikationsprogramm in Form von Rollenspielen geschult. „Das Training soll dem Arzt vor allem Strategien für eine sensible Gesprächsführung vermitteln und ihm zeigen, wie er die Patientin in die Therapie-Entscheidung mit einbezieht“, erklärt Dr. Sibylle Loibl, eine der Leiterinnen der Studie an der Universitätsfrauenklinik Frankfurt am Main. „Dabei geht es insbesondere darum, die Patientin umfassend über ihre Krankheit und die verschiedenen Therapie-Möglichkeiten aufzuklären.“ Die Arzt-Patienten-Gespräche werden verglichen mit der Gesprächsführung von Onkologen, die vorher nicht geschult wurden.

Im zweiten Teil der Studie wird die Wirkung des Trainings ermittelt. Dazu füllen die teilnehmenden Ärzte Fragebögen aus – und zwar vor und nach der Schulung sowie nach jedem Patientengespräch. Darin werden sie gefragt, wie sie ihre Gesprächsführung einschätzen und wie sie selbst mit der Situation zurecht kamen. Die Patientinnen erhalten ebenfalls einen Fragebogen. Sie sollen angeben, wie sie sich gegenwärtig fühlen und ob sie mit den Informationen des Arztes zufrieden sind. Nach zwei Wochen und dann nach weiteren vier Monaten werden wieder Fragebögen an die Patientinnen verschickt. Diese sollen klären, ob sich das Befinden der krebskranken Frauen zwischenzeitlich geändert hat, ob sie mit der Therapie-Entscheidung weiterhin zufrieden sind und wie sie ihre Lebensqualität bewerten. Zudem sollen sie die Kommunikationsweise des Arztes aus ihrer Sicht beurteilen.

In die internationale Studie werden rund 700 Brustkrebs-Patientinnen einbezogen. 70 Ärzte aus größeren Krebszentren, Kliniken oder Privatpraxen nehmen daran teil. Das Kommunikationstraining für die Onkologen basiert auf wissenschaftlichen Arbeiten. Es wurde maßgeblich von Professor Dr. Phyllis Butow, Universität Sydney, Australien, entwickelt. Er ist ebenfalls an der Studie beteiligt.

Infokasten: Brustkrebs

Jährlich erkranken über 55.000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs, knapp 18.000 sterben daran. Auf der Liste der krebsbedingten Todesursachen in Deutschland rangiert das Mammakarzinom bei Frauen an erster Stelle. Steht die Diagnose Brustkrebs fest, so ist in den meisten Fällen ein chirurgischer Eingriff notwendig. Auch Strahlen-, Chemo- und Hormontherapie gehören zu den Therapie-Möglichkeiten. Wird ein Tumor im Frühstadium erkannt, so liegt die Heilungschance bei über 90 Prozent. Die Deutsche Krebshilfe gibt die allgemeinverständlichen Ratgeber „Brustkrebs“ und „Teamwork - Arzt und Patient als Partner“ heraus, die im Internet unter http://www.krebshilfe.de als PDF-Dokument herunterladbar sind.

Informationsquelle: http://www.journalmed.de/newsview.php?id=12237

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