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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

06.04.2006 23:27
Hoffnung Stammzellspende antworten

Hoffnung Stammzellspende

Alle 45 Minuten erhält in Deutschland ein Mensch die Diagnose Leukämie - Blutkrebs. Für die Betroffenen ist die Transplantation von Stammzellen oft die einzige Chance, den Krebs zu besiegen. Fassen Sie sich ein Herz und werden Sie Lebensretter!

Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs - Leukämie. Unter den Betroffenen sind sehr häufig Kinder und Jugendliche. Meist wird versucht, die Krankheit mit einer Strahlen- oder Chemotherapie zurückzudrängen. Doch nicht immer schlägt die Therapie an. Als einzige Chance, um das Leben eines Leukämie-Erkrankten zu retten, bleibt dann eine Übertragung von gesunden Stammzellen.

Die Suche nach einem passenden Spender ist jedoch wie eine Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen – obwohl in der Knochenmarkspenderdatei inzwischen weltweit rund zehn Millionen potentielle Spender erfasst sind. Zudem beträgt die Wahrscheinlichkeit, einen Spender mit passenden Gewebemerkmalen zu finden, zwischen 1 zu 20.000 und mehreren Millionen.
Das gilt auch für Ahmet aus Frankenberg. Ahmet hat Leukämie und seine einzige Chance ist eine Stammzelltransplantation. Deshalb bittet die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zusammen mit dem Hessischen Rundfunk, um Unterstützung bei der Suche nach einem passenden Spender für Ahmet.

Die Suche nach einem "genetischen Zwilling" erweist sich gerade bei dem 27-jährigen Discjockey als sehr schwierig. Denn Ahmet ist türkischer Abstammung. Und die Gewebemerkmale im Blut können sich auch je nach Gebiet unterscheiden. Demzufolge sind, besonders in seinem Fall, türkische Mitbürger gebeten, sich einer Typisierung zu unterziehen. Und jeder der sich typisieren lässt, kann zum potentiellen Lebensretter werden.

Was bedeutet Typisierung?
Bei einer Typisierung kann jeder zwischen 18 und 55 Jahren mitmachen. Voraussetzung ist eine gute gesundheitliche Verfassung. Nach Unterschrift einer Einverständniserklärung werden dem Spender etwa fünf Milliliter Blut abgenommen. Dieses Blut wird anschließend auf bestimmte Gewebemerkmale untersucht oder - wie im Fachjargon gesagt wird – typisiert.

Damit ist der Spender registriert und steht augenblicklich weltweit als potentieller Stammzellspender zur Verfügung. Mehr als 1,3 Millionen Menschen haben sich bis heute bei der DKMS registrieren lassen. Täglich werden vier bis fünf Stammzellspender aus der weltweiten Datei vermittelt. Die Typisierung und Registrierung eines Spenders kostet die DKMS 50 Euro. Aus diesem Grunde ist die DKMS auch auf Geldspenden angewiesen. Jeder Euro zählt.

Spendenkonto
Kto.: 10 90 01 93 21
BLZ : 533 500 00
Sparkasse Marburg–Biedenkopf

Was bedeutet Leukämie?
Leukämie - auch als Blutkrebs bekannt - steht für eine Reihe von Erkrankungen des blutbildenden Systems. Allgemeines Kennzeichen einer Leukämie ist eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten). Daher auch der Name Leukämie, abgeleitet von den weißen Blutplättchen.

Die Blutzellen - sowohl weiße als auch rote - stammen von einer gemeinsamen Stammzelle, der so genannten Mutterzelle ab. Im Knochenmark bilden sie immerzu neues Blut. Durch eine Fehlschaltung oder einen Kontrollverlust kann ein unterbrochener Reifungsprozess der Blutzellen auftreten. Das kann im Knochenmark oder dem Lymphsystem zu einer anomalen Blutzellenbildung führen.

Das heißt, neben den reifen und funktionstüchtigen weißen Blutkörperchen entstehen dann unreife und fehlerhafte weiße Blutkörperchen. Diese mutierten Blutkörperchen haben außerdem die Eigenschaft, dass sie sich rasch und unkontrolliert vermehren. Allmählich verdrängen sie so die gesunden weißen und roten Blutkörperchen. Es kommt zu einer Störung im Gleichgewicht der Blutzusammensetzung - gesunde rote, wie weiße Blutplättchen werden nur noch in ungenügender Menge gebildet. Eine Blutarmut (Anämie) entsteht. Mögliche Symptome einer Leukämie sind Schwächegefühl sowie eine erhöhte Infektions- oder Blutungsneigung.

Die Leukämie ist nicht wie andere Krebsarten nur auf ein Organ oder eine bestimmte Körperregionen beschränkt, sondern tritt im ganzen Körper auf. Die Leukämie wird daher auch als eine bösartige Systemerkrankung bezeichnet.

Welche Formen der Leukämie gibt es?
Die Formen der Leukämie können ganz unterschiedlich sein. Man spricht im wesentlichen von akuter oder chronischer Leukämie. Unterteilt werden diese zusätzlich nach ihrem Entstehungsort.

Die Hauptformen von Blutkrebs:

* AML - akute myeloische Leukämie

* ALL - akute lymphatische Leukämie

* CML - chronisch myeloische Leukämie

* CLL - chronisch lymphatische Leukämie


Bei den akuten Formen, verläuft die Krankheit sehr schnell. Begleitet wird diese Form von Krankheitssymptomen wie Fieber und Abgeschlagenheit. Innerhalb von wenigen Monaten kann die akute Leukämie zum Tod führen.
Bei der chronischen Leukämie handelt es sich um einen langsamen, fast schon schleichenden Krankheitsverlauf, der häufig lange unbemerkt bleibt.
Myeloische Leukämien entstammen aus den Vorläuferzellen der Granulozyten – den so genannten Fresszellen. Hingegen geht die lymphatische Leukämie aus den Vorläuferzellen der Lymphozyten hervor. Die Lymphozyten sind für die Körperabwehr zuständig.

Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen kommen Leukämien relativ selten vor. Rund 10.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich neu an Blutkrebs. Dabei tritt die AML und ALL zu gut 50 Prozent auf, CLL zu etwa 30 und CML zu 15 Prozent.

Therapien bei Blutkrebs
Bestehen Verdachtsmomente, die für eine Leukämie sprechen, wird der behandelnde Arzt alle notwendigen Schritte zur genaueren Abklärung einleiten. Dabei werden eine körperliche Untersuchung, eine Blutuntersuchung und wenn nötig, eine Knochenmarkuntersuchung durchgeführt. Vor allem die Blut- und Knochenmarkuntersuchung geben genaue Auskunft darüber, ob und um welche Form der Leukämie es sich handelt.

Bei der Knochenmarkuntersuchung wird eine kleine Menge Knochenmark entnommen und untersucht. Der Patient erhält eine örtliche Betäubung und mit Hilfe einer dünnen Hohlnadel werden wenige Milliliter Knochenmark, meist aus dem Beckenknochen, entnommen. Nach Beendigung aller relevanten Tests und der Diagnosestellung wird der Arzt weitere Behandlungsmaßnamen veranlassen.
Als Therapie der ersten Wahl steht meist die Chemotherapie im Vordergrund. Eine Chemotherapie wirkt wachstumshemmend auf die Krebszellen und tötet sie ab. Die Chemotherapeutika, sprich die Medikamente, die dabei angewendet werden, nennen sich Zytostatika. Zytostatika wirken schnell und effizient auf schnell vermehrende Zellen.

Ein großer Nachteil der Chemotherapie ist, dass die zellschädigende Wirkung sich nicht nur auf Krebszellen auswirkt. Auch gesunde, sich schnell teilende Zellen, werden geschädigt. So ist auch die Bildung gesunder roter und weißer Blutkörperchen beeinträchtigt. Damit steigt auch die Gefahr einer Infektion, einer Blutungsneigung und von Blutarmut. Weitere Nebenwirkungen sind Störungen des Verdauungstrakts, Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen.

Die Knochenmark- bzw. Blutstammzelltransplantation
Da eine Chemotherapie nicht immer zu einer Heilung führt - bei chronischer Leukämie meist gar nicht - kann einigen Patienten nur eine Transplantation blutbildender Stammzellen helfen. Das heißt: Um eine Übertragung gesunder Spenderstammzellen durchzuführen, bekommt der Patient zunächst eine starke Chemotherapie. Dabei werden seine gesamten kranken Zellen und das gesamte Knochenmark zerstört. Im Anschluss wird dem Patienten dann das gesunde Knochenmark eines geeigneten Spenders übertragen. Per Infusion gelangen die Blutstammzellen in die Knochen, können sich dort ansiedeln und Blutkörperchen bilden. Nach etwa drei bis sechs Wochen beginnt sich das Blutbild des Patienten im Idealfall zu regenerieren. Treten die Leukämiezellen nicht wieder auf, gilt der Empfänger als dauerhaft geheilt.

Stationen aus Sicht des Spenders

1. Schritt: Typisierung
Über eine simple Blutabnahme wird eine Gewebeuntersuchung durchgeführt. Vier bestimmte Merkmale werden hier festgestellt und in der Knochenmarkspenderdatei gespeichert.

2. Schritt: Identifizierung
Ein Spender wird gesucht. Vergleich der gespeicherten Gewebemerkmale mit den Merkmalen des Empfängers.

3. Schritt: Bestätigungstypisierung
Ist ein potentieller Spender gefunden, folgen weitere Untersuchungen der Gewebemerkmale.

4. Schritt: Zusage des Spenders
Damit der Spender tatsächlich seine Zellen spenden kann, wird eine weitere Einwilligungserklärung benötigt.

5. Schritt: Gesundheitscheck
Zur Sicherheit wird der Spender noch einmal gründlich ärztlich untersucht.

6. Schritt:
Knochenmarkentnahme - Aus dem Beckenknochen wird unter Vollnarkose Knochenmark abgesaugt.
oder
Periphere Stammzellentnahme – Der Spender bekommt ein Medikament, das die Bildung von Stammzellen anregt. Diese werden dann wie bei einer Blutspende entnommen.

Die Entnahme hat keine höheren Risiken als jeder andere operative Eingriff. Der Krankenhausaufenthalt für den Spender beträgt bei einer Knochenmarkentnahme ungefähr zwei bis drei Tage. Ein möglicher Verdienstausfall wird von der Krankenkasse des Empfängers erstattet.
Bei einer peripheren Stammzellentnahme muss der Spender nicht stationär aufgenommen werden. Die entnommenen Stammzellen bilden sich innerhalb von zwei Wochen neu. Lediglich eine leichte Abgeschlagenheit und gelegentlich Gliederschmerzen sowie typische Wundschmerzen nach der Operation können auftreten.

Stationen aus Sicht des Empfängers

1. Schritt:
Diagnose der Erkrankung und fehlgeschlagene Chemotherapie.

2. Schritt: Spendersuche
Zuerst wird innerhalb der Familie und Verwandtschaft des Erkrankten ein Spender gesucht. Falls hier keine Übereinstimmung vorhanden ist, wird als nächstes die Knochenmarkspenderdatei durchsucht.

3. Schritt: Bestätigungstypisierung
Ist ein potentieller Spender gefunden, folgen weitere Untersuchungen der Gewebemerkmale.

4. Schritt: Chemotherapie und Strahlentherapie
Kranke Zellen sowie das Knochenmark werden vernichtet. Auch die körpereigene Abwehr wird so unterdrückt.

5. Schritt: Stammzelltransplantation

Der Patient bekommt über eine lange Zeit eine Reihe von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken sollen. Diese Behandlungsphase ist eine der gefährlichsten, denn schon der kleinste Erreger kann zu schweren Erkrankungen oder gar dem Tod des Erkrankten führen. Um Risiken wie Infektionen vorzubeugen, muss der Patient über viele Wochen in einem sterilen Krankenzimmer verweilen.

Nach der Transplantation und der Entlassung aus dem Krankenhaus muss der Empfänger lange Zeit Medikamente einnehmen, um eine mögliche Abstoßungsreaktion zu unterdrücken. Bei 40 bis 80 Prozent der Patienten verläuft die Transplantation erfolgreich.

Kontakt zwischen Spender und Empfänger
Nach zweijähriger Anonymität können Spender und Empfänger Auskunft über die Identität des anderen einholen. Das deutsche Gesetz sieht diesen Zeitraum vor, um beispielsweise den Spender vor psychischen Belastungen zu schützen, sollte der Empfänger einen Rückfall erleiden.

Wenn Spender und Empfänger es wünschen, kann nach Ablauf der Frist ein Briefkontakt, ein Telefonat oder ein persönliches Treffen erfolgen. Für die Betroffenen ist es erfahrungsgemäß etwas ganz Besonderes sich zu sehen. So haben manche das Gefühl, einen Verwandten zu treffen oder gar ihren Zwilling. Nicht ohne Grund: denn sowohl Blut als auch die neu gewonnenen Gewebemerkmale der Stammzellen von Empfänger und Spender sind identisch - eben wie bei Zwillingen.

"service: gesundheit" informiert - Mit Vorurteilen aufräumen

* Stammzellen werden nicht aus dem Rückenmark entnommen.


* Der Eingriff hat für den Spender keine schweren gesundheitlichen Folgen. Vielmehr regeneriert sich der Körper nach der Entnahme der Stammzellen innerhalb von zwei Wochen.


* Für eine Stammzellentnahme ist nicht immer ein operativer Eingriff nötig – schließlich gibt es auch eine periphere Stammzellentnahme.


* Die Wahrscheinlichkeit, in den nächsten zehn Jahren tatsächlich Stammzellspender zu werden, beträgt nur ein Prozent.


* Eine weite Anreise für den Spender wird versucht zu vermeiden. Die Stammzellentnahme wird in einem geeigneten Krankenhaus in Ihrer Nähe durchgeführt.


* Die Kosten für Typisierung, Registrierung sowie für weitere Maßnahmen infolge einer Transplantation werden von der Krankenkasse des Empfängers bezahlt.


* Durch eine ausführliche Untersuchung wird eine Übertragung von Krankheiten vom Spender auf den Empfänger ausgeschlossen.

Fassen Sie sich ein Herz und werden Sie Lebensretter. Jede Spende – auch die Geldspende – zählt. Machen Sie mit und geben Sie anderen neuen Lebensmut.

Kontaktadressen und Informationen
Standorte der DKMS

* Zentrale Tübingen:
Kressbach 1
72072 Tübingen,
Tel.: 07071 / 943-0
Fax: 07071 / 943–117


* Büro Köln:
Scheidtweilerstr. 63-65
50933 Köln
Tel.: 0221 / 940582-0
Fax: 0221 / 94058222


* Büro Bayern:
Ludwig-Ganghofer-Straße 1
83471 Berchtesgaden
Tel.: 08652 / 948502 (9 - 13 Uhr)
Fax: 08652 / 9799802


* Büro Westfalen:
Allee 24 – 26
33161 Hövelhof
Tel.: 05257 / 932068
Fax: 05257 / 934263

Deutsche Leukämie- und Lymphomhilfe
Thomas-Mann-Straße 40
53111 Bonn
Tel.: 0228 / 39044-0
Telefonsprechzeiten:
Mo. bis Fr. 9 - 12 Uhr und 14 - 16 Uhr (außer Mittwochnachmittag)
Fax: 0228 / 39044-22
info@leukaemie-hilfe.de
http://www.leukaemie-hilfe.de

Deutsche Krebshilfe e.V.
Postfach 1467
53004 Bonn
Tel.: 0228 / 72990-0
Fax: 0228 / 72990-11
deutsche@krebshilfe.de

Hessische Krebsgesellschaft e. V.
Heinrich-Heine-Straße 44
35039 Marburg
Tel.: 06421 / 63324
Fax: 06421 / 63316
oeffentlichkeitsarbeit@hessische-krebsgesellschaft.de

Deutsches Grüne Kreuz e.V.
Im Kilian
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Tel.: 06421 / 2930
Fax: 06421 / 229-10
dgk@kilian.de

Informationsquelle: http://www.hr-online.de/website/rubriken...0802220&seite=5

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