Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden  
Leben mit der Krankheit Krebs

Leben mit der Krankheit Krebs
Ein Forum und Infoportal für Betroffene, Angehörige und Interessierte


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 971 mal aufgerufen
 Genaue Beschreibung der Krebsarten
ingoborm Offline

Webmaster und Administration Technik

Beiträge: 348

24.03.2006 15:25
Bauchspeicheldrüsenkrebs [Pankreaskarzinom] antworten

Pankreaskarzinom
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Das Pankreaskarzinom ist eine bösartige Erkrankung (Krebs) der Bauchspeicheldrüse. Im Jahr erkranken ca. 10.000 Patienten in Deutschland an Pankreaskarzinom. Es zählt zu den selteneren Krebserkrankungen. Aufgrund unspezifischer oder fehlender Symptome wird der Tumor allerdings häufig erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadium entdeckt, häufig bestehen bei der Diagnosestellung bereits Metastasen. Erschwert wird die Früherkennung zudem wegen der ungünstigen Lage der Bauchspeicheldrüse für bilderkennende Verfahren. Aus diesen Gründen zählt das Pankreaskarzinom zu einer der bösartigsten Krebserkrankungen mit einer 5-Jahresüberlebensrate von unter 5 % (fünfthäufigste Krebstodesursache in Deutschland). Die einzige heilende Therapiemöglichkeit ist eine radikale chirurgische Entfernung des Bauchspeicheldrüsenkopfes, des Bauchspeicheldrüsenkörpers, der Gallenblase, des Gallenganges, des Zwölffingerdarm und je Operationstechnik auch Teilen des Magens.
Inhaltsverzeichnis
* 1 Epidemiologie
* 2 Ätiologie
* 3 Pathogenese
* 4 Pathologie
o 4.1 Pathologisiche Klassifikation
o 4.2 Lokalisation
o 4.3 Metastasierung
o 4.4 TNM-Klassifikation
* 5 Symptome
* 6 Diagnostik
o 6.1 Anamnese u. körperliche Untersuchung
o 6.2 Labor
o 6.3 Bildgebende Diagnostik
+ 6.3.1 Sonographie des Abdomens
+ 6.3.2 Computertomographie mit Kontrastmittel
+ 6.3.3 Endosonographie
o 6.4 ERCP und MRCP
* 7 Therapieoptionen
o 7.1 Konservative Therapie
o 7.2 Operative Therapie
+ 7.2.1 Kurative operative Therapie
+ 7.2.2 Palliative Operationen bei Pankreaskarzinom
* 8 Prognose

Epidemiologie

Die Inzidenz des Pankreaskarzinoms beträgt 12 Fälle pro 100.000 Einwohner in Westeuropa. Das Pankreaskarzinom ist die vierthäufigste Todesursache aufgrund eines bösartigen Tumors beim Mann und die fünfthäufigste bei der Frau. 30.000 Menschen sterben pro Jahr in den USA an dieser Erkrankung. Das Pankreaskarzinom ist der dritthäufigstes bösartige Tumor des Magen-Darm-Traktes nach Dickdarm und Magen. Männer sind häufiger betroffen als Frauen mit einem Verhältnis von etwa 2 zu 1. Der Altersgipfel dieser Erkrankung liegt im 6. bis 8. Lebensjahrzehnt. Aus epidemiologischen Studien ist bekannt, dass Pankreaskarzinome im Zunehmen begriffen sind.

Ätiologie

Die Ätiologie des Pankreaskarzinoms ist unbekannt. Bekannte Risikofaktoren für die Entwicklung eines Pankreaskarzinoms sind:

* Alter (zuverlässigster und wichtigster Risikofaktor)
* Geschlecht (Männer häufiger betroffen als Frauen)
* ethnische Herkunft (höchste Mortalität in der schwarzen Bevölkerung)
* familiäres Auftreten von Pankreaskarzinomen
* hereditäre Pankreatitis
* hereditäres non-polypöses kolorektales Karzinom
* Ataxia-Teleangiektasie-Syndrom
* familiäres Mammakarzinom
* chronische Pankreatitis
* Diabetes mellitus
* Nikotinabusus
* berufliche Exposition


Pathogenese

Die aktuelle medizinische Forschung geht davon aus, dass beim Pankreaskarzinom eine multi-step-Tumorgenese vorliegt. Zunächst entwickelt sich über mehrere Mutationen eine so genannte pankreatisch-intraepitheliale Neoplasie, aus der sich über mehrere weitere Mutationsschritte dann das invasive Karzinom entwickelt.

Pathologie

Pathologisiche Klassifikation

Histologisch werden unterschiedliche Formen von Pankreaskarzinomen unterschieden. Am häufigsten ist das duktale Adenokarzinom der kleinen Pankreasgänge. Seltenere histologische Formen sind das azinnäre Pankreaskarzinom, das vorwiegend sich im Pankreasschwanz entwickelt, das muzinöse Adenokarzinom, das auch als Gallertkarzinom bezeichnet wird, das Siegelringkarzinom, das adenosquamöse Karzinom mit verhornenden Plattenepithelanteilen und das pleomorph-riesenzellige Karzinom.

Lokalisation

Kopf (70 %) > Corpus] > Schwanz > Papille (molekularbiologisch und prognostisch verhalten sich Papillenkarzinome anders als die übrigen Pankreaskarzinome)

Metastasierung

Beim Pankreaskarzinom kommt es zu einer sehr frühen lymphogenen Metastasierung in die regionalen Lymphknoten sowie zu einer frühen hämatogenen Metastasierung in die Leber.

TNM-Klassifikation

Primärtumor:

* T 1 = Tumor < 2 cm, auf das Pankreas beschränkt;
* T 2 = Tumor > 2 cm, auf das Pankreas beschränkt;
* T 3 = Tumor wächst invasiv in umgebende große Blutgefäße oder Organe außer Duodenum

Lymphknoten:

* N 0 = keine regionalen Lymphknotenmetastasen;
* N 1 = regionale Lymphknotenmetastasen

Fernmetastasen:

* M 0 = keine Fernmetastasen;
* M 1 = Fernmetastasen

Symptome

* oft keine
* Typisch ist ein schmerzloser Ikterus, wobei dieses Symptom erst ein Spätsymptom ist und Folge eines Einwachsens oder Komprimierens des Ductus choledochus (Gallengang) ist.
* Gewichtsverlust
* diffuse Oberbauchschmerzen, zunächst nach dem Essen, später unabhängig von der Nahrungsaufnahme
* Inappetenz
* körperliche Schwäche
* Übelkeit und Erbrechen
* Steatorrhoe (Fettstühle)
* Phlebothrombose der unteren Extremität
* Rückenschmerzen
* neu aufgetretener Diabetes mellitus
* Symptome einer akuten Pankreatitis

Diagnostik

Anamnese u. körperliche Untersuchung

* Leber eventuell durch Metastasen vergrößert tastbar
* Courvosier-Zeichen


Labor

* eventuell Anämie
* eventuell Cholestaseparameter erhöht (alkalische Phospatase, Cholinesterase, Gamma-GT, direktes Bilirubin)
* Tumormarker CA 19-9 / CA 50 (Diese beiden Parameter eignen sich nicht zur Frühdiagnose, sind aber gut geeignet zur postoperativen Kontrolle auf Rezidivfreiheit.)

Bildgebende Diagnostik

Sonographie des Abdomens

* Nachweis einer Raumforderung im Pankreas (Jede hypodenese Struktur im Pankreas ist karzinomverdächtig.)
* eventuell Vergrößerung der Gallenblase und Erweiterung der Gallengänge nachweisbar
* eventuell Erweiterung des Pankreasgangs (Ducutus wirsungianus)
* eventuell Nachweis von Lymphknotenmetastasen im Ligamentum hepatoduodenale
* Darstellung von Lebermetastasen

Häufig wird der Sonographie des Abdomens die Ausdehnung des Primärtumors unterschätzt, da das Pankreas sonographisch vor allem bei adipösen Menschen nur schlecht dargestellt werden kann.

Computertomographie mit Kontrastmittel

Die Computertomographie ermöglicht eine genaue Lokalisationsdiagnostik des Tumors, insbesondere kann mit dieser Methode festgestellt werden, ob der Tumor in Gefäße einwächst oder diese komprimiert. Die Nachweisgröße für Pankreaskarzinome schwankt zwischen 1 und 2 cm, abhängig vom Gerät und Untersucher. Lymphknotenmetastasen können in der Regel ab einer Größe von 1 cm in der Computertomographie nachgewiesen werden. Lebermetastasen können mit gleicher hoher Sensitivität in der Computertomographie nachgewiesen werden wie in der Sonographie des Abdomens.

Endosonographie

Die Endosonographie ermöglicht eine sonographische Darstellung des Pankreas von der Magenhinterwand aus. Im Rahmen einer solchen Untersuchung kann eine Feinnadelpunktion durchgeführt werden, um Gewebe meist nur einzelne Zellen (Zytologie) für eine feingewebliche Untersuchung zu gewinnen.


ERCP und MRCP

Der Begriff ERCP ist die Abkürzung für eine endoskopische Methode zur Darstellung der Gallengänge und Pankreasgänge. Der Name ERCP bedeutet endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie. Bei Patienten mit Pankreaskarzinom findet man häufig eine Verengung (Stenose) oder einen Abbruch des Ductus pancreaticus. Eventuell zeigt sich vor dem Tumor eine Erweiterung des Pankreasganges, eine sogenannte prästenotische Gangdilatation. Seit einigen Jahren gibt es als alternative Methode zur ERCP die nicht-invasive MRCP (Magnetresonanzcholangiopankreatikographie). Im Rahmen einer ERCP-Untersuchung kann interventionell eine Verengung des Gallengangs infolge Tumorkompression behoben werden mittels Einlegen eines DHC-Stents, dies ist bei einer MRCP nicht möglich.

Therapieoptionen

Konservative Therapie

Bei Verengung oder Verschluß des Gallengangs sollte bei Verschlußikterus interventionell endoskopisch eine Endoprothese in den Gallengang gelegt werden (DHC-Stent). Bei Inoperabilität wird eine palliative Chemotherapie mit Gemcitabin oder Oxaliplatin und 5-FU durchgeführt. Bisher gelingt mit einer Chemotherapie in der meisten Zahl der Fälle nur eine Verbesserung der Symptomatik (Schmerzen, Gewichtsabnahme und soweiter), eine Überlebenszeitverlängerung ist nur in den seltensten Fällen beim inoperablen Pankreaskarzinom und palliativer Chemotherapie möglich.

Operative Therapie


Kurative operative Therapie

Indikation : Stadium I (eventuell Stadium II und III)

Die klassische Operation beim Pankreaskopfkarzinom ist die Operation nach Whipple-Kausch. Bei dieser Operation wird chirurgisch der Pankreaskopf, der gesamte Zwölffingerdarm, die Gallenblase, der Galllengang, die distalen 2/3 des Magens sowie alle umgebenden Lymphknoten entfernt. Zur Rekonstruktion werden der Rest des Pankreas, der Ductus hepaticus communis und das Jejunum als Roux-Y mit dem Magen adaptiert (Gastro-hepatico-pancreatico-jejunostomie). Die Operation nach Whipple-Kausch ist eine der kompliziertesten viszeralchirurgischen (bauchchirurgischen) Eingriffe und vor allem in Zentren mit niedrigen Operationsrate im Jahr kommt es häufig zum Auftreten von Komplikationen, daher sollte die Operation nach Möglichkeit nur in speziellen Zentren mit mehr als 15 bis 20 Operationen pro Jahr durchgeführt werden. In der größten Zahl der Fälle ist heute bei Patienten mit resektablem Pankreaskopftumor alternativ zur Whipple-Operation die pyloruserhaltende Pankreaskopfresektion möglich, bei dieser Art der Operation werden keine Anteile des Magens chirurgisch entfernt.

Palliative Operationen bei Pankreaskarzinom

Bei konservativ nicht therapierbarem Ikterus wird eine Choledochojejunostomie angelegt, daß heißt eine Jejunumschlinge wird auf den Ductus choledochus aufgenäht, um einen Abfluß der Galle zu gewährleisten. Bei Magenausgangsstenose oder Zwölffingerdarmstenose kann eine Gastrojejunostomie durchgeführt werden, um die orale Nahrungsaufnahme wieder zu ermöglichen.

Prognose

Die Gesamt-5-Jahresüberlebensrate aller Pankreaskarzinome liegt unter fünf Prozent, nach kurativer chirurgischer Resektion des Tumors erhöht sich diese auf etwa 20%. Trotz eines enormen Zugewinns des Wissens über die Molekularbiologie des Pankreaskarzinoms in den letzten 20 Jahren, hat sich die Prognose bisher nicht verbessert.



Astrozytom »»
 Sprung  

counter
Impressum und Haftungsausschluss - Hinweis zu den Informationen hier

Xobor Forum Software von Xobor | Forum, Fotos, Chat und mehr mit Xobor