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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

06.04.2006 07:24
Brustkrebs: "Patientinnen sind nicht verloren" antworten

Brustkrebs: "Patientinnen sind nicht verloren"

Es passierte zum Jahreswechsel 2004/05. Eine dieser Geschichten, wie sie jede zehnte Frau kennt. Eine Geschichte des Erschreckens, der Verdrängung, des Leids, der Hoffnung. Karin Krause* hatte in ihrer Brust etwas ertastet. Die Mammografie ergab einen schnell wachsenden Tumor, über vier Zentimeter groß. Wird schon nicht bösartig sein, glaubte die Frau, selbst in leitender Position im Gesundheitswesen tätig, felsenfest. Bis die Gewebeprobe das Gegenteil sagte. Zwei Monate vor ihrem 50. Geburtstag. Jetzt war es gut, dass sie im Krankenhaus einfühlsam betreut wurde, lobt die Patientin Dr. Boris Mareck von der Frauenklinik Dresden-Neustadt. Und dass sie ihr Partner, die Kinder, der Freundeskreis so gut unterstützt hätten, auch während der Chemotherapie. Karin Krause wollte es schaffen.

"Je offener man mit seinem Problem umgeht, umso besser ist es für einen selbst. Verstecken wäre das Schlechteste", sagt sie. Noch ist die Behandlung nicht abgeschlossen. Zu jeder Untersuchung geht die Angst mit. Aber eigentlich fühlt sie sich jetzt in ihrem neuen Körper mit verkleinerten Brüsten sehr wohl. Der Krebs hatte die Reduktion vorgegeben, nach der die andere Seite angeglichen wurde. "Ich habe Glück", meint die Patientin. Sie kam in die Klinik, als das gemeinsame Brustzentrum der städtischen Krankenhäuser Neustadt und Friedrichstadt gerade aufgebaut wurde. Für sie sei sehr wichtig gewesen, dass man zu jeder Zeit zu jedem Arzt gehen konnte und die Fachleute sich untereinander verständigten.

Unter den Stichworten "menschlich, kompetent, effizient" haben die beiden Kliniken mit weiteren Kooperationspartnern, darunter acht ambulante Praxen und 23 soziale Einrichtungen, das "Brustzentrum Dresden" gegründet. Nach einem Jahr konnte es jetzt das Zertifikat nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft und des TÜV erwerben. Damit wird den Patientinnen der Versorgungs-Krankenhäuser hoher Standard mit gleich bleibendem Niveau geboten. Eine Besonderheit stellt die enge Verflechtung mit niedergelassenen Ärzten und einem ganzen Netz sozialer Dienste dar von der psychoonkologischen Betreuung und Physiotherapie bis zum Sanitätshaus und Perückenstudio. "Auch nach ihrer Entlassung haben die Patientinnen immer einen Ansprechpartner. Sie sind nicht verloren", betont der Sprecher des Brustzentrums, Dr. Karl-Werner Degen, Chefarzt der Frauenklinik in Friedrichstadt.

Ist der Tumor entfernt, was immer Priorität besitze, gewinnt die ästhetische Seite an Bedeutung. Gerade jüngere Frauen sind bei drohender Brustentfernung großem psychischem Druck ausgesetzt. Gelingt das Ziel, brusterhaltend zu operieren nicht, ist der plastische Chirurg gefragt. Dr. Jörg Rößler, derzeit noch Leiter der Handchirurgie in Friedrichstadt und Mitglied der Vereinigung der Deutschen Plastischen Chirurgen, wird im Juni seine niedergelassene Praxis eröffnen. Er ist fest in das Brustzentrum integriert. Rößler berät über den Brustaufbau durch ein Implantat und die seiner Meinung nach oft bessere Lösung der Eigengewebeverpflanzung. Alle Rekonstruktionen sind bei Krebspatientinnen Kassenleistungen. "Je besser der plastische Chirurg in die Planung einbezogen wird, umso besser das Ergebnis", unterstreicht der Pathologe Dr. Gunter Haroske, Koordinator des Zentrums.

Jedes Jahr erkranken in Sachsen 2600 Frauen neu. Bis zu 210 werden jährlich in den städtischen Klinika behandelt, so Haroske. Das sind seinen Angaben zufolge etwa 48 Prozent der neu erkrankten Frauen in Dresden und dem Umland. Die Zahlen stagnieren auf diesem Niveau. Verändert hat sich aber auch die Todesrate nicht. Etwa ein knappes Drittel der Krebspatientinnen stirbt, so die Experten. "Bei einem Tumor unter zwei Zentimetern überleben fast alle", betont Haroske. Deshalb fordern die Mediziner eine bessere Früherkennung. Das Mammografie-Screening für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werde in Sachsen frühestens Ende 2007 eingeführt. Verbessert werden müsse aber auch die Qualität von Mammografien.

(*Name von der Redaktion geändert)

Genia Bleier

Informationsquelle: http://www.dnn-online.de/dnn-heute/61753.html

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