Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden  
Leben mit der Krankheit Krebs

Leben mit der Krankheit Krebs
Ein Forum und Infoportal für Betroffene, Angehörige und Interessierte


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 512 mal aufgerufen
 Aktuelle Nachrichten (alle Krebsarten)
Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 613

05.04.2006 14:49
Forschen und Heilen in der Robert-Rössle-Klinik antworten

Forschen und Heilen in der Robert-Rössle-Klinik

Krebswoche der ARD - Deutschlandweit gibt es nur zwei Spezialkliniken für Krebserkrankungen. Eine in Freiburg und die andere in Berlin-Buch. Thomas Prinzler besuchte die Krebs-Spezial-Klinik auf dem Medizin- und Biotechnologiecampus Berlin-Buch.

Berlin-Buch - am Rande der Stadt. Die Robert-Rössle-Klinik liegt im Park des Campus neben medizinischen, pharmakologischen und molekularbiologischen Instituten und Firmen, die teilweise zur Berliner Charité gehören.

Bereits seit April 1949 ist das Krankenhaus Spezialklinik für Krebspatienten - wie den 73-jährigen Herr K. Er hatte Darmkrebs. "Es ist natürlich etwas anderes, ob man hört, dass man eine Erkältung hat, oder ob ein Tumor festgestellt wird und dann bei der histologischen Untersuchung auch noch das Ergebnis ist, dass er bösartig ist. Das ist klar!"

Nach Chemotherapie und erfolgreicher Operation, musste ihm ein künstlicher Darmausgang gelegt werden - eine massive Beeinträchtigung der Lebensqualität. "Der besteht leider heute noch, aber soweit es jetzt geklärt ist, wird der künstliche Darmausgang am Freitag wieder zurück verlegt, so dass ich wieder zu einem normalen Menschen werden kann und bestimmt werde." Die Freude ist Herrn K. anzusehen.

Die Rössle-Klinik ist spezialisiert auf Darmtumoren, auf eine spezielle Operationsmethode, die auf Dauer den künstlichen Darmausgang vermeiden kann. Ihr Direktor, Peter Schlag, erhielt dafür 1999 den deutschen Krebspreis. Und seine Krebsklinik verfolge einen ganzheitlichen Ansatz: "Wir sind eben nicht nur darauf aus, jetzt mit den apparativ-technischen oder chirurgischen und medikamentösen und strahlentherapeutischen Vorgehensweisen den Krebs sozusagen zu attackieren, sondern wir versuchen genauso den psychosozialen Belangen des Patienten wie aber auch Belangen der Verbesserung der Lebensqualität dieser Patienten unter der Therapie Rechnung zu tragen."

So gibt es selbstverständlich auch eine psychologische Fachkraft - die Psycho-Onkologin Ute Görling: "In den letzten Jahren wird auch der Psyche immer mehr Beachtung geschenkt: Die psychischen Folgen einer Krebserkrankung, lange Behandlungen, belastende Operationen, Chemotherapie aber auch Bestrahlung, die sich anschließen. Dort dem Patienten zur Seite zu stehen, Hilfestellung zu leisten, das ist mein Hauptaufgabengebiet."

Zur Besonderheit der Klinik gehört ihre Überschaubarkeit und vertraute Atmosphäre. Der Gang durch die modernen Innenräume lässt den maroden DDR-Charme des Äußeren vergessen - Patientenzimmer, Flure. Aufenthaltsräume oder Intensivstation. Alles ist dicht beieinander - so wie die unterschiedlichen Fachärzte.

Doch gibt es Pläne des Betreibers Helios, die Robert-Rössle-Klinik in einen Neubau zu integrieren - sie damit faktisch aufzulösen. Das wäre ein Verlust, meint der Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, der Tübinger Krebsexperte Michael Bamberg: "Es ist insofern ein Verlust, weil diese Klinik sich ja einen sehr guten Namen gemacht hat und dort die Kompetenz für Tumore im Magen-Darm-Bereich - auch in anderen Bereichen, aber eben nicht für alle Krebsarten - nachgewiesen worden ist. Insofern wäre es sehr zu bedauern, wenn diese renommierte Klinik nicht mehr in ihrer Struktur so erhalten bleiben würde, weil sie auch Impulse setzt."

Auch die Nähe zum renommierten Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin ist von großer Bedeutung, sagt MDC-Chef Walter Birchmeier: "Wir bekommen aus der Klinik Tumor-Material für unsere Untersuchungen im Labor, und wir arbeiten dann mit den Tumorzellen, wir untersuchen die Signalwege, die Moleküle." In seinem Labor arbeitet ein junger Arzt aus der Rössle-Klinik nebenan, Johannes Fritzmann: "Im Moment beschäftigen wir uns hauptsächlich mit Krebszellen und untersuchen hier insbesondere für das kolorektale Karzinom, also für den Darmkrebs, den Zusammenhang zwischen Tumorentstehung und Entwicklung von Metastasen."

Aus der engen Verbindung von Grundlagenforschung am MDC und klinischer Forschung in der Robert-Rössle-Klinik können so zukünftige Therapien und Medikamente entstehen, die Patienten wie Herrn K. den Krebs überleben lassen: "Für mich ist der Krebs überstanden, alle Organe sind frei von Metastasen, also man kann es ja nie mit Sicherheit sagen, weil sich vielleicht das später noch einmal anders zeigen könnte, aber so wie es aussieht, ist er weg! Und hoffentlich für immer."

Informationsquelle: http://www.inforadio.de/radiotoread.do?p...w&dataid=112946

 Sprung  

counter
Impressum und Haftungsausschluss - Hinweis zu den Informationen hier

Xobor Forum Software von Xobor | Forum, Fotos, Chat und mehr mit Xobor