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Leben mit der Krankheit Krebs

Leben mit der Krankheit Krebs
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 Nachrichten - Kinder (alle Krebsarten)
Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

04.04.2006 10:10
Wie geht das Leben weiter? antworten

Wie geht das Leben weiter?

Knapp zweitausend Kinder und Jugendliche erkranken jährlich in Deutschland an Krebs. Von einem Tag auf den anderen werden sie aus ihrem normalen Leben gerissen, müssen Monate in der Klinik verbringen. Eine enorme Belastung für die ganze Familie.

Isabell war sechzehn, als sie Leukämie bekam und wollte es zunächst nicht wahr haben. Ausgehen, Tanzen, mit Freunden treffen, alles was für eine sechzehnjährige wichtig ist, war für sie erst einmal tabu. Die Chemotherapie schwächte ihr Immunsystem, ihre Haare fielen aus. Die Behandlung dauerte mehrere Monate. Immer im Wechsel zwischen stationärer und ambulanter Behandlung. Eine schwere Zeit für Isabell und ihre Familie. Doch die Chemotherapie war wirksam: nach der Behandlung wurden keine Krebszellen mehr in ihrem Körper gefunden.

Heute ist Isabell neunzehn und steht wieder mitten im Leben. Im nächsten Jahr macht sie das Abitur. Noch immer geht sie regelmäßig zur Nachuntersuchung in die Frankfurter Uniklinik. Bisher ist alles gut gelaufen. Wenn im Zeitraum von etwa fünf Jahren nach Abschluss der Behandlung kein Rückfall auftritt, gilt sie als geheilt. Ihre Chancen stehen gut.

Früherkennung und Prävention
In Deutschland gibt es ein großes Angebot für Krebsfrüherkennung, doch es wird viel zu selten wahrgenommen. Unkenntnis und die Angst vor schmerzhaften Untersuchungen sind die häufigsten Gründe, warum Männer und Frauen sich davor drücken. Doch die so wichtigen Untersuchungen können in vielen Fällen Leben retten. Man unterscheidet hier zwischen dem invasiven Verfahren (Eingriff in den Körper), den bildgebenden Verfahren (unter Benutung von Röntgenstrahlen) und den Untersuchungen durch Abtasten bzw. Anschauen. Welches der Verfahren angewandt wird, ist abhängig von der Krebsart.

Diagnose Krebs
Wenn die Diagnose Krebs erst einmal gestellt ist, kommen viele Fragen auf: Was kann ich tun? Wie beeinflusst mich die Krankheit? Wo lasse ich mich behandeln? Wichtig ist, das soziale Umfeld einzubeziehen und die Sorgen zu teilen. Gespräche mit Angehörigen und Freunden können gerade in dieser schweren Zeit helfen. Natürlich muss nicht jeder Verwandte eingeweiht werden, besonders wichtig ist es aber, die Kinder einzuweihen, egal wie alt sie sind.

An welcher Krebsart leide ich?
An fast jeder Stell in unserem Körper kann Krebs entstehen. Ob im Auge, dem Darm oder der Lunge, mehr als 100 Krebsarten sind heute bekannt. Die häufigsten Erkrankungen bei Frauen sind Brustkrebs, gefolgt von Darmkrebs und Lungenkrebs. Bei Männern leidet jeder fünfte Krebspatient unter Prostatakrebs.

Wie gefährlich ist meine Krebsart?
Jede Krebsart verläuft unterschiedlich: Verlauf, Behandlung, Therapie und Prognose sind von Fall zu Fall anders. Bei Lungenkrebs oder Bauchspeicheldrüsenkrebs zum Beispiel treten anfangs kaum oder nur unspezifische Symptome auf. Deshalb sind gerade sie schwer zu erkennen und werden oft zu spät festgestellt. Andere Arten – wie Leukämie im Kindes- oder Jugendalter oder Hodenkarzinome – lassen sich gut diagnostizieren und sind durch die Früherkennungs-Maßnahmen größtenteils erfolgreich therapierbar. Prinzipiell kann man sagen, je früher die Krankheit entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Wie geht mein Leben weiter?
Krebs beeinflusst das Leben eines Menschen in jeder Hinsicht. Ob im Beruf oder zu Hause, jeder Krebspatient befindet sich in einer sehr schweren und nie zuvor da gewesenen Situation. Wie groß die Einschränkungen sind und wie sehr der Körper und die Psyche leiden, hängt stark von der Krebsart ab und auch dem Stadium, in dem die Krankheit diagnostiziert wird.

Krankenhäuser
Für viele Patienten beginnt nach der Diagnose eine schwere Zeit im Krankenhaus. Schon kurz nach der Diagnose Krebs sind in der Regel eine Chemotherapie und eine Operation notwendig. Die Umgebung im Krankenhaus kann im ersten Augenblick sehr befremden und die Erkrankten in eine Art Schockzustand versetzen. Doch Gespräche mit anderen Kranken und gegenseitige Hilfe können befreiend wirken.

Psyche
Die Verarbeitung einer Krebserkrankung ist meist ein langwieriger und schwieriger Prozess. Wichtig ist in jedem Fall, die Gefühle wie Verzweiflung oder Wut zuzulassen und die Verminderung der Lebensqualität zu akzeptierten. Wer Tag für Tag mit seinem Schicksal hadert, fällt häufig in ein noch tieferes Loch, aus dem es dann umso schwieriger ist, wieder herauszukommen.

Häufig leiden Krebspatienten unter schweren Stimmungsschwankungen: zwischen Gereiztheit, Angst, Wut und Mutlosigkeit können manchmal nur Sekunden liegen. Diese Reaktion ist in einer solchen Lebenskrise aber ganz natürlich. Wer sich dies klarmacht, kann auch mal schwach sein, ohne sich gleich schlecht zu fühlen.

Therapiemethoden
Die Krebsforschung hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Sowohl die Diagnosemöglichkeiten, als auch die Therapie werden Jahr für Jahr verbessert. Besonders in großen Kliniken und Ballungszentren kann man davon ausgehen, dass eine optimale Versorgung für den Patienten möglich ist. Die häufigsten Therapien sind die Strahlenbehandlung, die Chemotherapie und die Operation, häufig werden die Methoden auch miteinander kombiniert.

Die Operation ist die älteste und wichtigste Behandlungsmaßnahme bei Krebserkrankungen, hier wird das befallene Gewebe chirurgisch entfernt. Mit der Strahlentherapie werden die Krebszellen durch gezielte energiereiche Strahlen versucht abzutöten. Bei der Chemotherapie erfolgt die Behandlung mit Medikamenten, die den Wachstum der Krebszellen hemmen und sie schließlich abtöten sollen. Diese Methode wird häufig dann eingesetzt, wenn der gesamte Körper vom Krebs befallen ist oder auch vor und nach Operationen, um den Tumor zu verkleinern bzw. um das Risiko eines Rückfalls zu verringern.

Besondere Therapien für Kinder?
Grundsätzlich gelten bei Kindern die gleichen Therapiemethoden. Krebs bei Kindern verläuft allerdings häufig dramatischer als bei Erwachsenen, da die Zellen schneller wachsen. Doch die Chemotherapie ist bei Kindern und Jugendlichen wirksamer. Die Heilungsrate bei Krebs im Kindes- und Jugendalter liegt bei 70 Prozent.

Chancen gegen Krebs?
Krebs ist die Krankheit, die nach Expertenaussage in wenigen Jahren die häufigste Todesursache in Deutschland sein wird. Gerade deshalb wird aktuell und sicherlich auch in Zukunft viel Geld und Arbeit in die Entwicklung neuer Therapieformen und Medikamente investiert.

Literaturtipps
Thomas Kroiss:
"Heilungschancen bei Krebs. Wegweiser im Krankheitsfall"
Herbig Verlag, 2004
ISBN: 3776624043
Preis: 19,90 Euro

Lance Armstrong, Sally Jenkins:
"Tour des Lebens. Ich besiegte den Krebs und gewann die Tour de France"
Lübbe Verlag, 2002
ISBN: 3404614968
Preis: 8,95 Euro

Irene Kührer, Elisabeth Fischer:
"Ernährung bei Krebs. Gesund essen während der Krebstherapie"
Kneipp Verlag, 2004
ISBN: 3708800206
Preis: 15,80 Euro

Sibylle Herbert:
"Überleben Glücksache. Was Sie als Krebspatient in unserem Gesundheitswesen erwartet"
Scherz Verlag, 2005
ISBN: 3502140022
Preis: 17,90 Euro

Verein "Hilfe für krebskranke Kinder"
Seit über 20 Jahren gibt es in Frankfurt den Verein "Hilfe für krebskranke Kinder". Gegründet wurde er 1983 von betroffenen Eltern, in einer Zeit, als die Heilungschancen der Kinder stiegen. Seitdem unterstützt der Verein betroffene Familien und ermöglicht auch in der Frankfurter Kinderkrebsklinik eine bessere Versorgung der kranken Kinder.
In der Nähe der Frankfurter Uniklinik hat der Verein ein Familienzentrum gegründet. Hier können betroffene Familien unterschiedliche Hilfen bekommen. Es gibt eine psychosoziale Betreuung. Eltern und Familienangehörige können hier übernachten, die Kinder haben hier Platz zum Spielen.

Viele der Mitarbeiter des Vereins, ob ehrenamtlich oder Angestellte, sind selbst einmal betroffen gewesen. Der Verein leistet, wenn nötig auch finanzielle Hilfe. Er unterhält unter anderem ein Ferienhaus an der Ostsee. Hier können betroffene Familien Urlaub verbringen.
In der Kinderkrebsklinik ist die Hilfe des Vereins nicht mehr wegzudenken. Neben vielen Sachspenden, wie bequeme Stühle für die Eltern, Spielsachen, Fernseher, Videos leistet er ungeheure finanzielle Unterstützung, die den Kindern direkt zu Gute kommt. Über einen Durchschnitt von mehr als zehn Jahren stellte der Verein mindestens vier, meist jedoch sechs volle Arztstellen plus zwei Stellen für Ärzte im Praktikum zur Patientenversorgung zur Verfügung. Außerdem finanziert er noch zwei Erzieherinnen, die die Kinder auf Station betreuen. Er unterstützt die Krebsforschung und ist finanziell maßgeblich am Bau des neuen Stammzelltransplantationszentrums beteiligt.
Der Verein erhält bis heute keine staatliche Unterstützung und ist ausschließlich auf Spenden angewiesen.

Weitere Infos über Aktivitäten des Vereins erfahren sie unter:

Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt e. V.
Komturstraße 3
60528 Frankfurt am Main
Tel.: 069 / 967807-0
Fax: 069 / 967807-40 oder 671022
http://www.hilfe-fuer-krebskranke-kinder.de
info@hfkk.de

Bürozeiten:
Mo. - Fr.: 9 - 13 Uhr
Mo. - Do.: 14 - 17 Uhr
Fr.: 14 - 16 Uhr

Wenn Sie den Verein mit einer Spende unterstützen wollen:

* Frankfurter Sparkasse
Konto-Nummer. 620 050
BLZ 500 502 01


* Frankfurter Sparkasse
Konto-Nummer 81 828
BLZ 500 502 01


* Frankfurter Volksbank
Konto-Nummer 703 575
BLZ 501 900 00


* Postbank Frankfurt/M.
Konto-Nummer 75-600
BLZ 500 100 60


* Dresdner Bank
Konto-Nummer 786 400 000
BLZ 500 800 00

Verein für krebskranke Kinder
Beratungsstelle Darmstadt
Elisabethenstraße 14
64283 Darmstadt
Tel.: 06151 / 25396
Fax: 06151 / 25629
verein@krebskranke-kinder-darmstadt.de
http://www.krebskranke-kinder-darmstadt.de

Spendenkonten:

* Stadt- und Kreissparkasse
Konto-Nummer 600 2200
BLZ 508 501 50


* Volksbank Darmstadt
Konto-Nummer 777 706
BLZ 508 900 00

Fröhliche Kinder werden leichter gesund. Die Clowndoktoren heitern die gequälten Kinderseelen auf. Mehr über die Clown-Doktoren unter: http://www.clown-doktoren.de

Knochenmark spenden tut nicht weh. Mehr Infos unter http://www.dkms.de

Autorin: Christine Romann

Informationsquelle: http://www.hr-online.de/website/rubriken...0696648&seite=2


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