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Leben mit der Krankheit Krebs

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 Genaue Beschreibung der Krebsarten
ingoborm Offline

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Beiträge: 348

24.03.2006 15:10
Akustikusneurinom antworten

Was ist ein Akustikusneurinom?
Das Akustikus-Neurinom ist eine Geschwulst des Hör- und Gleichgewichtsnervs, die im Kleinhirnbrückenwinkel, einem Bereich des Schädelinneren, wächst. Fast immer vom Gleichgewichtsnerv ausgehend, beginnt das Wachstum zuerst im inneren Gehörgang des Felsenbeines. Als Neurinome werden gutartige Nervenfasergeschwülste bezeichnet, die von der Nervenhüllenschicht, der sogenannten Schwannschen Scheide, ausgehen, und die also nichts mit Krebs zu tun haben und auch keine Tochtergeschwülste bilden. Neurinome sind von einer festeren Kapsel umhüllt. Somit ist es verständlich, daß der Tumor die Nachbarschaft "nur" verdrängt und keine Tochtergeschwülste bildet, weswegen er als "gutartig" bezeichnet wird (wogegen bösartige Tumore das umliegende Gewebe infiltrieren und somit Tochtergeschwülste produzieren).

Akustikus-Neurinome wachsen meist recht langsam; es kann mehr als ein Jahrzehnt dauern, bis sich die ersten Symptome so verstärken, daß sie dem Betroffenen Probleme bereiten. Da der Tumor meist aus dem Gleichgewichtsnerv stammt, können die ersten Störungen das Gleichgewicht betreffen. Allerdings kann das Gleichgewichtsorgan im anderen Ohr die Störung soweit kompensieren, daß der Betroffene nichts davon merkt. Wenn der Tumor größer wird, füllt er den inneren Gehörgang aus und bedrängt Hör- und Gesichtsnerv. Nach den Gleichgewichtsstörungen treten daher in der Regel Hörstörungen auf, dazu gehören Ohrgeräusche (Tinnitus) und einseitige Schwerhörigkeit, die manchmal als plötzlicher Hörsturz erlebt wird, sich aber manchmal auch nur langsam entwickelt. Dagegen erscheint eine Gesichtslähmung sehr selten als erstes Symptom.

Vom inneren Gehörgang aus dehnt sich das AN in den Kleinhirnbrückenwinkel aus, wo es über längere Zeit an Volumen zunehmen kann, bis es die Brückenregion erreicht, wobei nicht nur der Hör- und der Gesichtsnerv in Mitleidenschaft gezogen werden können, sondern auch der "Nervus trigeminus" (V) = sog. Drillingsnerv, der mit seinen drei Hauptästen die Stirn, das Mittelgesicht und die Unterkieferregion hinsichtlich der Empfindungswahrnehmungen (schmecken von süß, salzig, bitter, und fühlen) versorgt, und mit einem weiteren Ast die Kaumuskulatur steuert.

Die größte Gefährdung beim AN-Wachstum entsteht durch die seitwärts gerichtete Verdrängung des Hirnstammes, wobei Druckschädigungen in dieser außerordentlich wichtigen und empfindlichen Hirnregion schwere gesundheitliche Folgen haben können, wenn nicht rechtzeitig mikrochirurgisch oder strahlentherapeutisch eingegriffen wird.

Was hat Neurofibromatose mit Akustikus Neurinomen zu tun?
Bei der Neurofibromatose, auch "von-Recklinghausen-Krankheit" genannt, unterscheidet man Typ 1 und Tp 2. Die Veranlagung zu dieser Krankheit ist sehr wahrscheinlich erblich, muß sich aber nicht unbedingt von einer Generation auf die andere übertragen. – Bei dieser Krankheit bilden sich aus dem Nervengewebe an verschiedensten Stellen des Körpers immer wieder Geschwülste, die bei vielen Patienten verhältnismäßig harmlos bleiben. Wenn aber eine solche Geschwulst den Hör- bzw. Gleichgewichtsnerv befällt, dann geschieht das meist auf beiden Seiten und die notwendigen Operationen können dann zu beidseitiger Ertaubung führen.

Quelle: http://www.akustikus.de/Akustikusneurinom-Tumor.html

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