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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

03.04.2006 10:54
Risikofaktor Brustkrebs antworten

Risikofaktor Brustkrebs

Kiel – Die Zahl der Brustkrebserkrankungen steigt. Nahezu jede zehnte deutsche Frau erhält die Diagnose: Mammakarzinom. Allein 2004 wurden 55000 Neuerkrankungen registriert. Damit ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen und unter 40- bis 50-Jährigen Todesursache Nummer eins. Trotz modernster Therapien sterben noch immer 65 Prozent der Patientinnen. Denn hat der Tumor erst einmal Tochtergeschwülste, so genannte Metastasen, gebildet, stehen die Chancen auf Heilung schlecht. Deswegen ist Früherkennung das A und O. Aber auch wenn Fälle von sehr jungen, prominenten Brustkrebspatientinnen, wie die der Popstars Kylie Minogue und Anastacia das Gegenteil suggerieren: "Frauen, die erkranken, sind nicht jünger als früher. Es sind nur mehr, weil wir immer älter werden", erklärt Radiologin Professor Ingrid Schreer, Leiterin des Mammazentrums der Uni Kiel.

Allerdings gilt es zu differenzieren. Denn während sich das Risiko einer frühen Erkrankung generell nicht verändert hat, ist bei genetischer Vorbelastung ein anderer Effekt zu beobachten: "Von Generation zu Generation sinkt das Lebensalter, in dem der Brustkrebs ausbricht", so Diplom-Biologin und Fachhumangenetikerin Dr. Simone Heidemann, von der Kieler Tumorrisikosprechstunde.

Inzwischen sei, so Fachhumangenetiker Professor Norbert Arnold, Leiter der Onkologischen Arbeitsgruppe der Frauenklinik, oft per Gentest nachweisbar, wer zur Risikogruppe gehöre. Dies ermögliche die Identifikation zweier Tumorsupressor-Gene, die für die Reparatur von Erbgutschäden verantwortlich seien. Sind diese unvollständig oder beschädigt, erhöht sich das Risiko, dass eine unkontrollierte Vermehrung der Zelle stattfindet, sprich: eine Krebsgeschwulst entsteht.

Sind also Eierstock- oder Brustkrebsfälle in der Familie der Mutter, aber genauso des Vaters bekannt, sollten Frauen nicht zögern, die Tumorrisikosprechstunde zu nutzen. Denn das Erkrankungsrisiko steigt bei einem solchen Gendefekt auf bis zu 85 Prozent. Die Krankenkassen bieten diesen Frauen eine intensivierte Früherkennung an.

Aber nur fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebserkrankungen sind erblich bedingt. Ist keine erbliche Vorbelastung auszumachen, gilt der Lebensstil als wichtiger Risikofaktor: Bewegungsmangel, zu viele tierische Fette, Übergewicht sowie Nikotin- und Alkohol.

Eine Besonderheit des Mammakarzinoms ist die enge Kopplung mit dem weiblichen Sexualhormon Östrogen. Je länger die Brustdrüsenzellen dem Östrogen ausgesetzt sind, das heißt, je früher die Regelblutung einer Frau einsetzt und je später sie ausbleibt, desto höher das Risiko. Positiv wirken sich Zyklusunterbrechungen, zum Beispiel durch Schwangerschaften aus.

Auch Stillen hat einen Einfluss. Denn die Oberflächenzellen der Milchdrüsen liegen bis zur ersten Geburt relativ unspezifisch vor. Erst ein hormoneller Impuls nach der Geburt bewirkt, dass die Milchdrüsenzellen auch als solche funktionieren. Bleibt dies aus, kann die Zelle auf {sbquo}dumme Gedanken' kommen: Das Risiko, dass sie entartet und sich als Krebszelle unkontrolliert teilt, steigt.

Aber auch das Gewicht hat einen entscheidenden Einfluss, denn Fettgewebe produziert Östrogen. "Schon mäßiges Übergewicht erhöht die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken", so Schreer.

Was aber kann eine Frau denn nun tun, um sich einerseits vor Krebs zu schützen und anderseits einen Tumor möglichst früh zu entdecken? Übergewicht – besonders im Bereich der Wechseljahre – ist zu vermeiden. Außerdem sollte man auf eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Sojaprodukten und Fisch achten und regelmäßig Sport treiben.

Entscheidend ist auch der Verzicht auf Nikotin und nicht mehr als das berühmte "Viertele" Wein am Abend. In Kombination mit den entsprechenden Früherkennungsmaßnahmen ist der bestmögliche Schutz gegeben. "Viele Frauen lassen sich solange sie im gebärfähigen Alter sind, regelmäßig gynäkologisch untersuchen", erläutert Schreer. "Sind keine Kinder mehr geplant und treten keine Wechseljahresbeschwerden auf, stellen sie ihre Arztbesuche ein. Das aber ist völlig falsch, da das Krebsrisiko im Alter steigt". Jede Frau sollte – zusätzlich zu den Früherkennungsangeboten der Krankenkassen – einmal im Monat eine Selbstuntersuchung der Brust durchführen. Am besten eine Woche nach Beginn der letzten Regel, da dann die Brust besonders weich ist. Viele Krankenkassen bieten dafür spezielle Anleitungskurse an.

Weitere Infos: http://www.mamazentrum-kiel.de, Risikosprechstunde: Tel. 597-2071 .

Von Maike Marckwordt

Informationsquelle: http://www.kn-online.de/news/regional/kiel.htm/1835030

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