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Leben mit der Krankheit Krebs

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 Nachrichten - Kinder (alle Krebsarten)
Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

03.04.2006 09:24
"Der Hauptgrund für Heilung ist Liebe." antworten

"Der Hauptgrund für Heilung ist Liebe."

"Der Hauptgrund für Heilung ist Liebe." - Dieser Satz des Mediziners Paracelsus aus dem 16. Jahrhundert ist so etwas wie das Leitmotiv für ihn. Professor Gerhard Gaedicke ist Direktor der Kinderklinik im Virchow-Klinikum der Charité in Berlin und einer der führenden Krebsexperten.


Liebe, das heißt für ihn Geborgenheit im familiären, aber auch im therapeutischen Umfeld. Ehrlichkeit gegenüber Eltern, Kindern und Jugendlichen im Umgang mit der gefürchteten Krankheit Krebs müsse oberstes Prinzip sein. Kinder müssen altersgerecht darüber aufgeklärt werden, wie die Krankheit verläuft, wie bedrohlich sie ist. Denn es geht darum, den Patienten und die Angehörigen für die Behandlung zu gewinnen.


Krebs – so sagt Gaedicke – ist ein Ereignis, das das Kind ebenso erschüttert wie die ganze Familie. Mit den unweigerlich aufsteigenden Ängsten umzugehen – das ist immer die Aufgabe für ein spezialisiertes Teams, dessen Mitarbeiter entsprechend geschult sein müssen. Eine Krankheit mit verschiedenen seelischen Phasen: Der erste Schreck, die tiefe Verzweiflung, Abwehrreaktionen, die Beschäftigung mit dem Tod, auch wenn der oft gar nicht eintritt.


Als junger Medizinalassistenz hatte Prof. Gaedicke noch erleben müssen, dass 80 Prozent der Kinderkrebs-Patienten verstarben. Das wurde zum entscheidenden Motiv für seine Forschungsarbeiten; heutzutage ist es genau umgekehrt, erzählt er: 80 Prozent der Kinder werden wieder gesund. Wir haben Grund auf diese Fortschritte auch stolz zu sein, meint der Mediziner.


Doch natürlich gebe es noch manche ungelöste Probleme in der Behandlung. Viele Begleiterscheinungen wie das Erbrechen zum Beispiel können zwar heute gelindert werden. Manche aber auch nicht: der Haarausfall etwa müsse vorübergehend in Kauf genommen werden. Dabei weiß der Klinikdirektor, dass dies immer auch mit seelischen Beeinträchtigungen einhergeht. Die Haare zu verlieren wird sehr oft als Verlust an Persönlichkeit empfunden.


Die Medikamente müssten weiter dahin entwickelt werden, dass sie mehr Einfluss auf den Krebs und weniger auf den Patienten hätten. Entschieden widerspricht Prof. Gaedicke falschen Erwartungen, Vitaminpräparate könnten aggressive Tumore oder gar Aids bekämpfen. "Kriminell" werde es dann, wenn propagiert werde, dies sei allein mit derartigen Mitteln zu erreichen.


Die heutigen Kinderkliniken verfolgen oft einen ganzheitlichen Heilungsansatz. Neben hoch spezialisierten Ärzten und Schwestern werden Psychologen auf den Stationen eingesetzt. Das Virchow-Klinikum verfügt zudem über eine große Krankenhausschule, über Spiel- und Bastelräume.

Seit kurzer Zeit gibt es sogar eine Clownsprechstunde. Lachtherapie muntert die oft ernste Krankenhaussituation auf, meint Gaedicke. Nicht nur bei den Kindern, sondern auch beim Personal. Die psychologische Begleitung sei ein wichtiger Bestandteil der Therapie und des Gesundwerdens. Daher bedrückt es ihn besonders, dass in Zeiten knappen Geldes gerade an dieser Stelle gespart wird.

Informationsquelle: http://www.inforadio.de/radiotoread.do?s...w&dataid=112349

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