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03.04.2006 09:16
Leukämie nirgendwo auf der Welt häufiger als in der Elbmarsch antworten

Leukämie nirgendwo auf der Welt häufiger als in der Elbmarsch

Von Joachim Keller

Kiel/Hannover (LiZ) - Seit 1990 sind in der Elbmarsch 16 Kinder an Leukämie erkrankt und 4 an Blutkrebs gestorben. Das vierte Todesopfer wurde nicht einmal fünf Jahre alt. Vor dem kleinen Rico (5 Jahre), der im Januar beerdigt wurde, starben Angela (9), Sebastian (11) und Söhnke (21). Nirgendwo auf der Welt gibt es eine solche Häufung von Leukämie-Erkrankungen wie in diesem nur wenige Quadratkilometer großen Landstrich zwischen Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Nach Darstellung von Dr. Hajo Dieckmann, des Leiters des Gesundheitsamtes Lüneburg, seien innerhalb von nur fünf Jahren allein in der kleinen Gemeinde Tespe sechs Leukämie-Erkrankungen erkannt worden. Dort hätte sich rein statistisch nur alle 60 Jahre ein einziger Erkrankungsfall ergeben dürfen.

Die Landesregierungen von Niedersachsen und Schleswig-Holstein hatten 1992 Kommissionen mit international anerkannten Wissenschaftlern eingesetzt, um die Ursachen und Hintergründe zu beleuchten. Die Kommission hatte binnen 12 Jahren alle anderen erdenklichen Ursachen für Blutkrebs, wie Düngemittel, Pestizide, chemische und andere Umweltgifte untersucht und ausschließen können. Übrig blieb der Verdacht, daß die Leukämie-Fälle um Geesthacht durch Strahlung ausgelöst wurden, wie ein Kommissionsmitglied, der Strahlenbiologe Prof. Edmund Lengfelder von der Universität München erläuterte.

Am 1. November 2004 kam es zu einem handfesten Eklat: 6 der 8 Mitglieder der Fachkommission "Leukämie" von Schleswig-Holstein legen ihre Arbeit mit der Begründung nieder, ihre Tätigkeit sei von Behördenvertretern systematisch behindert worden. Das Land Schleswig-Holstein läßt darauf hin die Akten schließen.

Augenscheinlich amtliche Untätigkeit wollten engagierte Menschen vor Ort nicht hinnehmen. Auf Initiative und Kosten der „Bürgerinitiative gegen Leukämie in der Elbmarsch“ und der Internationalen Ärzteorganisation gegen den Atomkrieg (IPPNW) wurden Ende des Jahres 2004 erneut verschiedene Erdproben im Bereich der Atomanlagen in Krümmel und Geesthacht entnommen.

Die Proben wurden an der Minsker Sacharow-Universität von einem international renommierten Experten der Plutoniumverortung analysiert. Der Minsker Prof. Mironov kommt zum Resultat, daß die gefundenen erhöhten Plutonium- und Thoriumwerte so in der Natur nicht vorkommen, sondern künstlich hergestellt sind.

Die neuen Untersuchungsergebnisse sind schockierend, widerlegen sie doch offizielle Untersuchungsergebnisse. Sie belegen nach Aussage der Ärzteorganisation, daß im Umkreis des Kernkraftwerkes Krümmel und des Kernforschungszentrums GKSS in Geesthacht, eines Institutes, das einen atomaren Forschungsreaktor betreibt, der Boden an bestimmten Stellen
radioaktiv verseucht ist. Die Region weise eine deutlich erhöhte künstliche Radioaktivität auf, darunter erhebliche Konzentrationen von Plutonium und Thorium.

Die Untersuchungsergebnisse erhärten den Verdacht von Ärzten, daß sich am Freitag, den 12. September 1986, nur 30 Kilometer von Hamburg entfernt, ein bisher vertuschter Störfall ereignet und Radioaktivität freigesetzt habe.

Dr. Sebastian Pflugbeil, Präsident der „Gesellschaft für Strahlenschutz“ verweist auf Augenzeugenberichte vom Herbst 1986, nach denen es auf dem „Hochufer“, wo die Kernforschungsanlage GKSS steht, einen großen Brand gegeben hat. Auskünfte zu einem solchen Brand rückt die Feuerwehr in Geesthacht nicht heraus. Alle Einsatzprotokolle von September 1986 seien bei einem Brand ausgerechnet „im Aktenschrank der Feuerwache“ vernichtet worden.

Der niedersächsische SPD-Landtagsabgeordnete Uwe Harden vermutet als Grund der amtlichen Vertuschung, daß 1986 direkt nach Tschernobyl die Atomindustrie sofort still gelegt worden wäre und die friedliche Nutzung der Kernenergie erledigt gewesen wäre.

Die Kommission hat binnen 12 Jahren alle anderen erdenklichen Ursachen für Blutkrebs, wie Düngemittel, Pestizide, chemische und andere Umweltgifte untersucht und ausschließen können. Übrig bleibe der Verdacht, daß die Leukämie-Fälle um Geesthacht durch Strahlung ausgelöst werden, erläuterte der Strahlenbiologe Prof. Edmund Lengfelder von der Universität München.

Der Kieler Toxikologe Prof. Otmar Wassermann, der ehemalige Vorsitzende der Leukämiekommission Schleswig-Holsteins, will daß „das Sterben endlich aufhört“ und versteht die neuen Resultate als unmißverständliche Aufforderung an die neue Regierung, endlich aufzuklären, wie diese künstlich erzeugten und hoch radioaktiven Stoffe in den Boden der Elbmarsch gelangt sind und wo exakt Kontaminationen vorliegen.

Informationsquelle: http://linkszeitung.de/content/view/23481/42/

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