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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

01.04.2006 12:57
Vorsorgebetreuung beim Harnblasenkarzinom antworten

Vorsorgebetreuung beim Harnblasenkarzinom

Eine mögliche Notwendigkeit?


Annlässlich des Deutschen Krebskongress 2006 referierte Herr Dr. Gerson Lüdecke, Experte für Urin- Tumormarker am Universitätsklinikum Gießen, über die Notwendigkeit einer Vorsorgebetreuung beim Harnblasenkarzinom, insbesondere unter Berücksichtigung eines umfassenden Screenings von Risikogruppen.

Nach Schätzungen des Robert-Koch-Institutes stieg die Anzahl der Neuerkrankungen von Harnblasenkrebs von etwa 16.000 Fälle im Jahr 2000 auf jetzt vorgestellte 24.700 im Jahr 2004. Dabei ist der Anteil der invasiven und palliativen Tumoren seit 40 Jahren mit einem Anteil von bis zu 33% unverändert gleich geblieben. Zudem hat das Harnblasenkarzinom als Einzigste Tumorart in Deutschland eine immer weiter sinkende 5 Jahres- Überlebensquote und dies, obwohl die innovative Behandlung des Harnblasenkrebs seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts fortschreitet. Soweit der Istzustand.

„Ein Weg aus diesem Dilemma könnte sein, dass man ein Risikoadaptiertes Screening betreibt und dazu wiederum die epidemiologischen Daten heranzieht, um die Risikofaktoren zu überprüfen. Ich habe dazu ein interaktives, internetfähiges Formular entwickelt, das diese Abfrage für die ärztliche Betreuung leicht zugänglich macht, dass ich hier vorstellen möchte. Außerdem kann man mit einem nicht invasiven Tumormarkersystem, dem BladderChek®, einem Point of Care Assay, mit einer Sensivität von etwa 60%, zumindest eine höhere Detektionsrate erreichen. Dies hat, bezogen auf die Zahlen, immerhin eine Präventionskapazität von 3.000 Menschen, die man vor einem invasiven Blasentumor zum Zeitpunkt der Diagnose bewahren könnte, “ so Dr. Gerson Lüdecke.

Die Risikofaktoren, die bekannt sind, sind das Geschlecht, das Alter, Rauchgewohnheiten und Berufsexpositionen. Das Urothelkarzinom ist eine besondere Tumorentität, die seit langem als Berufserkrankung anerkannt ist.

Das Instrument, die Risikofaktoren zu bestimmen, ist ein interaktives Formular, wo die Daten einfach und schnell eingetragen werden können. Im Hintergrund läuft ein Rechnungskonstrukt, das im unteren Abschnitt des Formulars ein Ergebnis liefert, ob man ein niedriges, mittleres oder hohes Risiko hat, an Blasenkrebs zu erkranken. Dieses Formular wurde von Lüdecke im Internet geprüft, nachdem die Probanten dieses anonym im Internet ausgefüllt hatten. Die Daten bilden statistisch gesehen die tatsächlichen Risikofaktoren im Rechnungskonstrukt ab.

„Das heißt, wir können die Diagnostik des Harnblasenkarzinoms durch eine struktuelle Neuorientierung verbessern. Risikoadaptiertes Screening ist in der Krebsvorsorge sicherlich eines der wichtigsten Punkte, um Kosten- und Nutzeneffektivität zu erhalten. Ein Marker dazu wäre der NMP22 als urinlöslicher Marker, und man hat damit ein Potenzial aus den epidemiologischen Daten eine Vermeidungspotenz von 3.000 bis 5.000 Menschen pro Jahr, bei kontinuierlicher Anwendung, die bei Diagnosestellung nicht mit einem invasiven Blasentumor diagnostiziert werden,“ so Lüdecke als Resüme.

Informationsquelle: http://www.mensch-und-krebs.de/index.php...gEd&page_id=307

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