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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

01.04.2006 08:24
Und keiner sieht hin. Leukämietod in der Elbmarsch antworten

Auszug aus dem Artikel der JW:

Mininukes und Leukämie

Von Jürgen Elsässer

Am gestrigen Freitag warteten sechs ehemalige Mitglieder der Leukämiekommission der schleswig-holsteinischen Landesregierung auf einer Pressekonferenz der Internationalen Ärztvevereinigung zur Verhinderung eines Atomkrieges (IPPNW) mit ähnlichen Informationen auf – nur ging es nicht um ein iranisches Forschungszentrum, sondern um ein deutsches: Geesthacht an der Elbe.

Deutsches Tschernobyl

Ein halbes Jahr nach dem Super-GAU von Tschernobyl, am 12. September 1986, gaben die Strahlenmelder des Atomkraftwerkes Krümmel Alarm: Gemessen wurde eine radioaktive Belastung, die den vertretbaren Grenzwert um das 500fache überschritt. Die Atombetreiber sollten später erklären, daß es sich um ein Naturereignis gehandelt habe, einen Aufstau natürlicher Radioaktivität (Radon). Auf der Pressekonferenz am gestrigen Freitag wurden dagegen eine neue Isotopenanalyse von Bodenproben präsentiert, die auf eine ganz andere Ursache hindeutet. »Es wurde ein Atomunfall mit weitreichender Kontamination vertuscht«, sagte der Landtagsabgeordnete Uwe Harden (SPD). »Es ging um geheime kerntechnische Experimente«, führte die Strahlenschutzexpertin Inge Schmitz-Feuerhake aus.

Die Isotopenzusammensetzung schließt aus, daß es sich um Stoffe aus dem Normalbetrieb eines Reaktors wie in Krümmel handelt – die Strahlenwolke kam von außerhalb des Atomkraftwerks. Schon früher war der Verdacht auf das nahegelegene Kernforschungszentrum GKSS in Geesthacht gefallen – dort war am selben Tag ein Feuer beobachtet worden. Dies war von allen Behörden immer wieder dementiert worden. Die örtliche Feuerwehr behauptete auf Nachfrage, die Einsatzpläne aus jener Zeit seien leider nicht mehr verfügbar, da sie – welch ein Zufall – ebenfalls durch einen Brand vernichtet worden seien. Gestern konnten die Forscher erstmals berichten, daß sie endlich Zeugen gefunden haben, die auch zu einer öffentlichen Aussage über den damaligen Brand bereit seien.

Das Sterben der Kinder

Die Öffentlichkeit wurde erst hellhörig, als vier Jahre nach dem Unfall eine Serie von Leukämiefällen in der Gegend auftrat. In den Dörfern rund um die beiden Atomanlagen erkrankten zwischen 1990 und 2005 insgesamt 17 Kindern an Blutkrebs, vier davon starben. »Legt man den weltweiten Durchschnitt zugrunde, dürften in einer derart kleinen Bevölkerungsgruppe eigentlich nur alle 60 Jahre jemand diese Krankheit bekommen«, verglich Hajo Dieckmann, auch ein ehemaliges Mitglied der schleswig-holsteinischen Leukämiekommission. Diese war 1992 von der Landesregierung eingerichtet worden, um die Ursachen der eklatanten Häufung zu erforschen. Im November 2004 warfen sechs ihrer acht Mitglieder das Handtuch und protestierten gegen die Vertuschungsversuche der Behörden.

Filmtip: Und keiner sieht hin. Leukämietod in der Elbmarsch. Sonntag, 2. April 2006, 22.30 Uhr, ZDF

Informationsquelle: http://www.jungewelt.de/2006/04-01/021.php

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