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Leben mit der Krankheit Krebs

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Ahasveru Offline

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Beiträge: 613

24.03.2006 12:23
Darmkrebs: Fatalem Verdrängen mit Aufklärung begegnen antworten

Fatalem Verdrängen mit Aufklärung begegnen

Darmkrebs: Karl-Heinz Lechner bei Aufklärungskampagne beteiligt

Seit vier Jahren laufen im »Darmkrebsmonat März« bundesweit verstärkt Aufklärungskampagnen für die Darmkrebsvorsorge an. Denn an diesem Tumor stirbt die Hälfte der jährlich 66 000 Erkrankten. Karl-Heinz Lechner bietet in seiner Praxis neben den Krankenhäusern als einziger Arzt in Offenburg die Darmspiegelung zur Vorsorge an. Früh erkannt, können neun von zehn Patienten geheilt werden.

Von: Marika Schiller

Offenburg. Von jährlich rund 66 000 Patienten sterben fast die Hälfte an Darmkrebs. Das sind immerhin fast 30 000 Menschen. Und die Betroffenen werden immer jünger. Längst sind es nicht mehr nur die über 50-Jährigen, für die die erschütternde Diagnose »Darmkrebs« lautet. Nach Herzrhythmusstörungen ist es sogar die Todesursache Nummer zwei. Sie müsste es aber nicht sein, lautet der Tenor unter den Fachärzten. Denn keiner anderen Krebsart könne so erfolgreich vorgebeugt werden. Früh genug entdeckt, könnten neun von zehn Fällen geheilt werden.
Diese Überzeugung teilt der in Offenburg seit 16 Jahren niedergelassene Arzt Karl-Heinz Lechner. Vor einem Jahr hat er sich der bundesweiten Aufklärungskampagne »Deutschland gegen Darmkrebs« angeschlossen und bietet in seiner Praxis Darmspiegelungen an. Jedes Jahr im Monat März läuft die Aktion bundesweit mit der Verteilung von einer Million Informationsbroschüren in Reformhäusern, Arztpraxen, Gesundheitsämtern und Apotheken an.
»Nur durch konsequente, flächendeckende Vorsorge kann die Zahl der Todesfälle gemindert werden«, erklärte Lechner seine Motivation gestern gegenüber der Mittelbadischen Presse. Neben den Krankenhäusern ist seine Praxis die einzige in Offenburg, die diese Methode zur Früherkennung anbietet.
Die meisten von Lechners Patienten sind über 50 Jahre alt und werden im Rahmen anderer Vorsorgeuntersuchungen von Frauenärzten, Urologen oder Hausärzten überwiesen. Etwa ein Viertel komme aus eigener Initiative, so Lechner. Die meisten Menschen würden fatalerweise in dem Bewusstsein leben, dass es besser sei, nichts zu wissen, als mit der Diagnose »Krebs« konfrontiert zu werden.

»Blut im Stuhl«

Lechner erzählte von seiner jüngsten Patientin, einer 31-jährigen Frau, die mit dem Befund »Blut im Stuhl« zu ihm überwiesen wurde. »Die Darmspiegelung, die den Krebs bestätigte, kam nicht zu spät«, die Worte des Mediziners klingen froh.
Bei einem Prozent von Lechners Patienten ist der Befund positiv, und die Diagnose lautet: Darmkrebs. Erst gestern habe er ein fortgeschrittenes Karzinom festgestellt, so der Internist. In zehn Prozent der Fälle werde er auf Polypen aufmerksam. Diese Krebsvorstufen werden bereits während der Untersuchung entfernt.
Das bundesweite Netzwerk von heute 3000 Arztpraxen, die mit Genehmigung Vorsorgespiegelungen anbieten, hat das Gießener Unternehmen »dbp Kommunikation« vor vier Jahren begonnen aufzubauen. Aufgesprungen sei man damals auf die Initiative der Felix-Burda- Stiftung »Darmkrebsmonat März«, die für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Darmkrebsvorsorge jährlich einen Preis auslobt, erläuterte Felix Rotaru, Projektleiter von dbp (»die beratungspraxis«). »Seither hat es einen Schneeballeffekt gegeben.« Die ersten Schritte, Ängste und Vorurteile gegenüber Darmkrebs abzubauen, seien getan.
Nähere Informationen samt Ärzte-Verzeichnis gibt es im Internet unter http://www.darmspezialisten.de.

Hintergrund

Lediglich ein Viertel der Patienten, die zur Darmspiegelung in die Praxis des Offenburger Arztes Karl-Heinz Lechner kommen, tut dies aus eigener Initiative an einer Früherkennung. Es gelte jedoch, das Bewusstsein für diese tückische Krebserkrankung in der Bevölkerung flächendeckend zu schärfen, sagt Lechner, der sich der bundesweiten Kampagne »Deutschland gegen Darmkrebs« angeschlossen hat.
So treten erst dann Beschwerden auf, wenn der Tumor gewachsen ist, andere Organe befallen hat und es für eine vollständige Heilung dann oft zu spät ist.
Nur bei früh erkanntem Darmkrebs seien die Heilungschancen sehr gut.
Darmkrebs entsteht durch Dickdarmpolypen (Krebsvorstufen), die zunächst völlig gutartig sind. Nach vier bis zehn Jahren entarten aber viele Polypen und werden bösartig. Einzelne Krebszellen gelangen über die Lymphbahn in die benachbarten Lymphknoten oder über die Blutbahn in die Leber.
Die effektivste Methode der Früherkennung ist die Darmspiegelung (Koloskopie), die die größte Sicherheit bietet. Der leere Darm wird mit einem dünnen, flexiblen Schlauchsystem, das mit einer hochempfindlichen Videokamera ausgerüstet ist, untersucht. Schon während der Untersuchung können Polypen entdeckt und auf schonende Weise beseitigt werden.
Wird bei der Untersuchung Darmkrebs festgestellt, kann die chirurgische Behandlung unmittelbar eingeleitet werden. Die Heilungschancen gelten hier immer noch als gut. Ist der Befund unauffällig, muss die Untersuchung erst nach sieben bis zehn Jahren wiederholt werden.

Informationsquelle: http://www.baden-online.de/art_0_67_6500_ortenau

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