Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden  
Leben mit der Krankheit Krebs

Leben mit der Krankheit Krebs
Ein Forum und Infoportal für Betroffene, Angehörige und Interessierte


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 371 mal aufgerufen
 Studien
Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 613

30.03.2006 18:39
„Lebenszeit retten" durch orale Therapien antworten

„Lebenszeit retten" durch orale Therapien

Neue Studienergebnisse - vorgestellt während des Deutschen Krebskongress


Während des diesjährigen Deutschen Krebskongress wurden neueste Studienergebnisse über die Behandlung des Mammakarzinoms und des Nichtkleinzelligen Lungenkrebs bei der oralen Gabe von Navelbine® vorgestellt, einem Mitosehemmer mit dem Wirkstoff Vinorelbin, das von Pierre Fabre o­nkologie hergestellt wird, welches von den Patienten in Tablettenform eingenommen wird und so während der jeweiligen Behandlungszyklen zu einer erheblich besseren Lebensqualität führt.

Prof. Dr. med. S. Seeber sagte dazu:
"Traditionell wird der klinische Nutzen einer Chemotherapie anhand von Remissionsrate, progressionsfreiem Intervall, Besserung der körperlichen Beschwerden oder Überlebenszeit bewertet. Erst in neuerer Zeit werden vermehrt auch Kriterien wie Anwendungsfreundlichkeit, ökonomische Gesichtspunkte, die Lebensqualität der Patienten unter der Therapie und ihre Fähigkeit, ein selbstbestimmtes, den eigenen Wünschen entsprechendes Leben zu führen, als Maßstab zur Bewertung einer Chemotherapie herangezogen.

Aus dieser erweiterten Sicht kommt dem Verabreichungsmodus von Zytostatika eine besondere Bedeutung zu. So ist eine i.v. Chemotherapie mit einer Reihe von Nachteilen verbunden: Sie ist für den Patienten oft angstbehaftet und lästig und beeinträchtigt die Lebensqualität [12].

In aller Regel ziehen deshalb die Patienten die orale Therapieform einer parenteralen Anwendungsform vor. In einer prospektiven Untersuchung an über 100 Krebspatienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium bevorzugten 89% eine orale Therapie, sofern diese nicht mit einer schlechteren Wirksamkeit verbunden ist [13].

Die orale Chemotherapie hat für die Patienten, aber auch für die behandelnde Klinik bzw. Praxis eine Reihe von Vorteilen:

* Die orale Einnahme des Medikaments vermittelt dem Patienten das Gefühl, selbst aktiv etwas gegen seine Krankheit tun zu können (Selbstkontrolle).
* Die orale Therapie macht das Legen eines parenteralen Zugangs überflüssig.
* Die orale Medikation kann zu Hause eingenommen werden. Dies erspart dem Patienten eine längere Aufenthaltszeit in der Klinik und den Stress, den die o­nkologische Klinik und die damit eventuell verbundenen unangenehmen Assoziationen bei ihm auslösen können.
* Die orale Therapie ist sicherer. Das Risiko einer Infektion ist bei Infusionen zwar gering, lässt sich aber auch bei strenger Einhaltung aseptischer Bedingungen nie ganz ausschließen.

Zudem kann eine Extravasation ernsthafte Komplikationen hervorrufen. Aus gesundheitsökonomischer Sicht ist die orale Therapie eindeutig von Vorteil. Sie setzt in Klinik und Praxis wertvolle Zeit- und Personalressourcen frei, die im Falle von i.v. Infusionen für das Ansetzen der Zytostatikalösungen und die Verabreichung gebunden werden. Die orale Therapie ist damit für die Klinik, aber auch für den Patienten, der Fahrtkosten und Zeit für die Anreise einspart, die kostengünstigere Option. So erhalten Patienten nicht nur durch die Therapie eine Lebensverlängerung, sondern bereits während der Therapie die Gewinnung von Zeit mit Lebensqualität - echte Lebenszeit."

Navelbine® oral seit kurzem beim Mammakarzinom zugelassen


Aufgrund der zahlreichen potenziellen Vorteile einer oralen Therapie wurde schon bald nach den ersten klinischen Erfahrungen mit Vinorelbin i.v. mit der Entwicklung einer oralen Darreichungsform begonnen. Eine 1994 entwickelte orale Rezeptur erfüllte schließlich alle Erwartungen bezüglich eines sicheren und wirksamen klinischen Einsatzes und wurde im September 2003 in Deutschland für die Behandlung von Lungenkrebs in den Handel gebracht.

Im November 2005 erhielt Navelbine® oral in Deutschland die Zulassung zur Behandlung des fortgeschrittenen Mammakarzinoms. Nach den bisher vorliegenden klinischen Daten besteht beim fortgeschrittenen NSCLC und Mammakarzinom für das empfohlene Dosierungsschema von oralem Vinorelbin eine weitgehende Wirkungsäquivalenz mit i.v. verabreichtem Vinorelbin in Standarddosierung. In diesen Studien wurde auch die Erkenntnis gewonnen, dass orales Vinorelbin ein ähnlich gutes und beherrschbares Nebenwirkungsprofil besitzt wie die i.v. Darreichungsform.

Die Kombinationstherapie mit Vinorelbin i.v. und Cisplatin gehört beim frühen und fortgeschrittenen NSCLC zu den wirksamsten Behandlungsoptionen und gilt als Therapiereferenz, an der sich neuere medikamentöse Ansätze zu messen haben [4–9]. Beim fortgeschrittenen Mammakarzinom hat sich Vinorelbin i.v. selbst bei Anthrazyklin-resistenter Erkrankung als Erfolg versprechende Behandlungsmöglichkeit erwiesen [10, 11].

Kontakt:
Herr Prof. Dr. Siegfried Seeber
Tumorklinik im Westdeutschen Tumorzentrum
Innere Klinik und Poliklinik (Tumorforschung)
Universitätsklinikum Essen
Hufelandstr. 55
45122 Essen
Telefon: (0201) 723-2001
Telefax: (0201) 723-5924
E-Mail: s.seeber@uni-essen.de

Literatur:

4 Le Chevalier T, Brisgand D, Douillard JY, Pujol JL, Alberola V, Monnier A, Riviere A, Lianes P, Chomy P, Cigolari S, et al.: Randomized study of vinorelbine and cisplatin versus vindesine and cisplatin versus vinorelbine alone in advanced nonsmall-cell lung cancer: results of a European multicenter trial including 612 patients. J Clin o­ncol 1994;12:360–367.

5 Scagliotti GV, De Marinis F, Rinaldi M, Crino L, Gridelli C, Ricci S, Matano E, Boni C, Marangolo M, Failla G, Altavilla G, Adamo V, Ceribelli A, Clerici M, Di Costanzo F, Frontini L, Tonato M; Italian Lung Cancer Project: Phase III randomized trial comparing three platinum-based doublets in advanced non-small-cell lung cancer. J Clin o­ncol 2002;20:4285–4291.

6 Martoni A, Marino A, Sperandi F, Giaquinta S, Di Fabio F, Melotti B, Guaraldi M, Palomba G, Preti P, Petralia A, Artioli F, Picece V, Farris A, Mantovani L: Multicentre randomised phase III study comparino the same dose and schedule of cisplatin plus the same schedule of vinorelbine or gemcitabine in advanced non-small cell lung cancer. Eur J Cancer 2005;41:81–92.

7 Chen YM, Perng RP, Shih JF, Tsai CM, Whang-Peng J: A randomized phase II study of vinorelbine plus gemcitabine with/without cisplatin against inoperable non-small-cell lung cancer previously untreated. Lung Cancer 2005;47:373–380.

8 Gebbia V, Galetta D, Caruso M, Verderame F, Pezzella G, Valdesi M, Borsellino N, Pandolfo G, Durini E, Rinaldi M, Loizzi M, Gebbia N, Valenza R, Tirrito ML, Varvara F, Colucci G; Gruppo Ocologico Italia Meridionale: Gemcitabine and cisplatin versus vinorelbine and cisplatin versus ifosfamide+ gemcitabine followed by vinorelbine and cisplatin versus vinorelbine and cisplatin followed by ifosfamide and gemcitabine in stage IIIB–IV non small cell lung carcinoma: a prospective randomized phase III trial of the Gruppo o­ncologico Italia Meridionale. Lung Cancer 2003;39:179–189.

9 Ramsey SD, Moinpour CM, Lovato LC, Crowley JJ, Grevstad P, Presant CA, Rivkin SE, Kelly K, Gandara DR: Economic analysis of vinorelbine plus cisplatin versus paclitaxel plus carboplatin for advanced non-small-cell lung cancer. J Natl Cancer Inst 2002;94:291–297.

10 Jones S, Winer E, Vogel C, Laufman L, Hutchins L, O’Rourke M, Lembersky B, Budman D, Bigley J, Hohneker J: Randomized comparison of vinorelbine and melphalan in anthracycline-refractory advanced breast cancer. J Clin o­ncol 1995;13:2567– 2574.

11 Terenziani M, Demicheli R, Brambilla C, Ferrari L, Moliterni A, Zambetti M, Caraceni A, Martini C, Bonadonna G: Vinorelbine: an active, non cross-resistant drug in advanced breast cancer. Results from a phase II study. Breast Cancer Res Treat 1996;39:285–291.

12 Payne SA: A study of quality of life in cancer patients receiving palliative chemotherapy. Soc Sci Med 1992;35:1505–1509.

13 Liu G, Franssen E, Fitch MI, Warner E: Patient preferences for oral versus intravenous palliative chemotherapy. J Clin o­ncol 1997;15:110–115.

Informationsquelle: http://www.mensch-und-krebs.de/index.php...gEd&page_id=302

 Sprung  

counter
Impressum und Haftungsausschluss - Hinweis zu den Informationen hier

Xobor Forum Software von Xobor | Forum, Fotos, Chat und mehr mit Xobor