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Leben mit der Krankheit Krebs

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 Pressemitteilungen der Deutschen Krebshilfe
ingoborm Offline

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Beiträge: 348

27.03.2006 16:50
Krebs-Früherkennung rettet Leben antworten

Deutsche Krebshilfe stellt beim Deutschen Krebskongress Aktionsplan für die nächsten Jahre vor

Berlin (ek) – Nur jede zweite Frau und lediglich jeder sechste Mann gehen regelmäßig zur Krebs-Früherkennung. „Wir wollen alle Menschen davon überzeugen, dass die jährliche Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen lebensrettend sein kann“, sagte Gerd Nettekoven, Geschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, beim 27. Deutschen Krebskongress in Berlin. „Brust-, Darm-, Haut- und Prostatakrebs sind heilbar, wenn sie früh genug erkannt werden.“

Die Deutsche Krebshilfe hat im Jahre 2005 eine Sachstandserhebung zum Thema Krebs-Früherkennung vorgenommen. Ihr Fachausschuss „Krebs-Früherkennung“ veranstaltete vier Hearings mit den wissenschaftlichen Fachgesellschaften, um den Status quo festzustellen und künftige Herausforderungen zu definieren. Das Ergebnis dieser Arbeit wurde nun beim Deutschen Krebskongress im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums und einer anschließenden Pressekonferenz vorgestellt. „Im Bereich Darmkrebs-Früherkennung sind wir in Deutschland Weltspitze“, berichtete Professor Dr. Wolff Schmiegel, Vorsitzender des Fachausschusses und Ärztlicher Direktor des Knappschaftskrankenhauses der Ruhr-Universität Bochum. „Doch auf dem Feld der übrigen Krebs-Früherkennungs-maßnahmen muss noch viel passieren.“ Die Deutsche Krebshilfe hat einen Aktionsplan für die nächsten Jahre entwickelt, um durch Forschungsförderung, Modellprojekte und Kampagnen die Krebs-Früherkennung voran zu bringen.

Das Krebs-Früherkennungsprogramm der gesetzlichen Krankenkassen bietet Frauen ab 20 Jahren und Männern ab 45 Jahren kostenlose jährliche Untersuchungen an. Mehr als zwei Drittel aller jüngeren Frauen nutzen die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs regelmäßig. Dies führte dazu, dass dieser bösartige Tumor seinen Schrecken verloren hat und heute in den meisten Fällen heilbar ist. Auf dem Feld der Brustkrebs-Früherkennung, die bei Frauen mit 30 Jahren beginnt, besteht hingegen nach wie vor Handlungsbedarf: Das qualitätsgesicherte Mammographie-Screening-Programm, auf das alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren einen Rechtsanspruch haben, ist noch immer nicht flächendeckend umgesetzt. „Die Frauen warten darauf, endlich regelmäßig zur Mammographie gehen zu können“, betonte Dr. Leonhard Hansen, stellvertretender Vorsitzender des Fachausschusses „Krebs-Früherkennung“ der Deutschen Krebshilfe und Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Das Programm müsse darüber hinaus auch wissenschaftlich weiter entwickelt werden, um möglichst wenig falsch-positive Ergebnisse zu bringen, durch die Frauen unnötig verunsichert werden.

Die Früherkennung auf Hautkrebs ist aus Sicht der Deutschen Krebshilfe derzeit noch nicht ausreichend. Bislang können Frauen ab 30 und Männer ab 45 Jahren ihrem Arzt einmal im Jahr „verdächtige Hautareale“ zeigen. Besser wäre die regelmäßige Untersuchung der gesamten Hautoberfläche aller Menschen ab 30 Jahren, um Risikopersonen für Hautkrebs frühzeitig erkennen zu können. „Die Deutsche Krebshilfe hat in einem Modellprojekt gezeigt, dass diese Hautkrebs-Früherkennung sowohl einen Benefit für die Patienten erbringt als auch kosteneffizient ist“, berichtete Hansen. „Wir hoffen, dass der Gemeinsame Bundesausschuss diese Untersuchung zügig als Regelleistung anerkennt.“ Bei Übernahme in die Regelfinanzierung ist die Deutsche Krebshilfe bereit, eine Kampagne zur Erhöhung der Teilnahme zu unterstützen.

Alle Versicherten ab 50 Jahren können regelmäßig zur Darmkrebs-Früherkennung gehen: Zwischen 50 und 55 Jahren gibt es einen jährlichen Stuhl-Blut-Test, ab dem 55. Lebensjahr eine kostenlose Darmspiegelung, die nach zehn Jahren wiederholt wird. „Dieses neue Programm konnte in den vergangenen drei Jahren bereits 3.000 Menschenleben retten“, sagte Schmiegel in Berlin. „Wenn alle Anspruchsberechtigten mitmachen würden, könnten jährlich bis zu 15.000 Darmkrebs-Todesfälle vermieden werden.“ Daher wird die Deutsche Krebshilfe in Zukunft verstärkt Motivationsarbeit für dieses Untersuchungsangebot leisten.

Besonders problematisch ist aus Sicht der Experten die Prostatakrebs-Früherkennung. Die bislang angebotene Tastuntersuchung der Prostata durch den Darm bei Männern ab 45 Jahren reicht nicht aus. „Mit dieser Untersuchung werden nur fortgeschrittene Stadien eines Prostatatumors erkannt“, erläuterte Schmiegel. Als weitere Möglichkeit wird die Messung eines Eiweißstoffes im Blut (Prostata-spezifisches Antigen, PSA) angeboten, die jedoch von den Versicherten selbst bezahlt werden muss. „Hier warten wir noch auf die Ergebnisse großer internationaler Studien, die zeigen sollen, ob durch ein PSA-Screening die Heilungsrate bei Prostatakrebs erhöht werden kann.“ Diese Studienergebnisse sollen 2008 vorliegen.

„Die Deutsche Krebshilfe sieht in der Krebs-Früherkennung eine große Chance, um die Krebs-Sterblichkeit in Deutschland auf Dauer zu senken“, betonte Nettekoven abschließend. „Wir haben dieses Feld als Arbeitsschwerpunkt für die nächsten Jahre definiert und werden beispielsweise entsprechende Forschungsprogramme, aber auch öffentlichkeitswirksame Kampagnen auf den Weg bringen.“

Bonn, 25. März 2006

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